SpOn 03.02.2026
18:01 Uhr

Uno-Gesundheitsorganisation WHO bittet um eine Milliarde Dollar für Arbeit in Krisengebieten


239 Millionen Menschen weltweit sind laut Uno auf humanitäre Hilfe angewiesen. Doch Gelder für Hilfe werden in Zeiten von Donald Trump vielerorts gekürzt. Nun passt die Weltgesundheitsorganisation ihre Planungen an.

Uno-Gesundheitsorganisation WHO bittet um eine Milliarde Dollar für Arbeit in Krisengebieten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Milliarde Dollar, umgerechnet etwa 850 Millionen Euro, für die Bekämpfung der schwersten Gesundheitskrisen weltweit gefordert. Diese Mittel würden in diesem Jahr für Gesundheitsmaßnahmen in »36 Notfallgebieten« benötigt, sagte der Leiter der Abteilung für Gesundheitsnotfälle bei der WHO, Chikwe Ihekweazu, in Genf. Er nannte unter anderem den Gazastreifen, den Sudan, die Ukraine, die Demokratische Republik Kongo und Haiti.

239 Millionen Menschen sind nach Schätzungen der Uno-Organisation in diesem Jahr dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. In humanitären Krisen nehme der Bedarf an medizinischer Versorgung zu, »sei es aufgrund von Verletzungen, Krankheitsausbrüchen, Unterernährung oder unbehandelten chronischen Krankheiten«, warnte Ihekweazu. In Notlagen sei der Zugang zu Gesundheitsversorgung aber oft schlecht.

Weniger Geld als im Vorjahr

Die Forderung der WHO für 2026 lag deutlich unter den in den vergangenen Jahren geforderten Summen. Im vergangenen Jahr hatte die WHO 1,5 Milliarden Dollar gefordert, jedoch wurden laut Ihekweazu schlussendlich nur 900 Millionen Dollar an Hilfen bereitgestellt.

Hintergrund sind die Kürzungen von Auslandshilfen zahlreicher Staaten. Die USA, die traditionell der größte Geldgeber der WHO waren, haben ihre Auslandshilfen unter Präsident Donald Trump drastisch gekürzt. Im Januar verließen die USA dann die WHO.

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Die Kürzungen hätten 6700 Gesundheitseinrichtungen in 22 Krisenregionen gezwungen, ihre Arbeit einzustellen oder ihre Leistungen zu reduzieren, sagte Ihekweazu. 53 Millionen Menschen seien von der Gesundheitsversorgung abgeschnitten worden. Familien müssten »unmögliche Entscheidung« treffen, »etwa ob sie Essen oder Medizin kaufen«, sagte Ihekweazu.

Nach dem Austritt der Vereinigten Staaten hatte der US-Bundesstaat Kalifornien angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation demonstrativ fortzusetzen.

AFP/jpe