Am Sonntag ist Weltfrauentag, die Vereinten Nationen haben nun kurz vorher ein verheerendes Urteil zur Gleichberechtigung der Frau ausgestellt. »Kein Land der Welt hat die vollständige rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht«, sagte Sarah Hendriks von der Uno-Frauenorganisation in New York.
Vielerorts seien zudem einst errungene Fortschritte wie der Schutz vor Gewalt, die Gleichberechtigung im Familienrecht und der Diskriminierungsschutz wieder in Gefahr.
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Mehr als die Hälfte der Länder weltweit definiere Vergewaltigung etwa nicht auf der Grundlage der Einwilligung. In 74 Prozent der Länder seien Kinderehen legal. In 44 Prozent der Länder gebe es kein Gesetz, das gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit vorschreibe, so Hendriks. Allein in den vergangenen zwei Jahren sei der Anteil von Frauen und Mädchen an den Opfern konfliktbezogener sexueller Gewalt auf insgesamt 87 Prozent gestiegen. »Viel zu oft bleiben die Täter ungestraft«, kritisierte Hendriks. Grund dafür sei auch, dass viele Frauen und Mädchen die Konsequenzen etwa einer Anzeige fürchteten.
