Viele Menschen in Deutschland halten sich beim Einkaufen zurück. Am meisten gespart wird offenbar bei Freizeitausgaben wie Kino, Theater, Konzerten und Restaurantbesuch. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse Agentur. 42 Prozent der Befragten halten sich hier am stärksten zurück.
Auch bei Urlaub (34 Prozent) oder beim Kauf von Möbeln (32 Prozent), Bekleidung (29 Prozent) und Elektronikprodukten (28 Prozent) wird häufig gespart, bei Lebensmitteln seltener (14 Prozent). Jeder Fünfte gibt an, in keinem der Bereiche seine Ausgaben zu reduzieren. Vier Prozent machten keine Angaben. Frauen sparen bei Bekleidung häufiger als Männer. Junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren beschränken sich bei Lebensmitteln und Bekleidung überdurchschnittlich stark, bei Freizeitaktivitäten dagegen weniger.
Starke Verunsicherung
YouGov hat in einer repräsentativen Umfrage zwischen 6. und 9. Februar 2100 Menschen ab 18 Jahren interviewt. Die Teilnehmer konnten bis zu zwei Bereiche auswählen, in denen sie besonders sparen.
Dass Verbraucher derzeit zurückhaltend konsumieren, dürfte mit der Verunsicherung durch die weltpolitische Lage zusammenhängen. Ebenso dürften die gestiegenen Alltagskosten aufgrund der Inflation in den vergangenen Jahren eine Rolle spielen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Verbraucherpreise im Dezember im Schnitt knapp 23 Prozent über dem Niveau von 2020. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke haben sich in diesem Zeitraum um fast 37 Prozent verteuert.
Gestiegen sind auch die Preise für den Besuch von Kino (plus 26 Prozent), Theater (plus 16 Prozent), Oper und Musical (plus 19 Prozent). Der Verzehr einer Hauptspeise in der Gastronomie ist 36 Prozent teurer geworden, der eines alkoholischen Getränks dort 29 Prozent.
Auch bei anderen Ausgaben müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Eine Pauschalreise im Inland kostet laut Bundesamt durchschnittlich 27 Prozent mehr als vor fünf Jahren, eine auf die Kanaren 53 Prozent. Der Kauf eines Bettes war zuletzt 23 Prozent teurer, der eines Kleiderschranks 28 Prozent.
