SpOn 07.02.2026
07:25 Uhr

Ukrainisches Handwerk auf Etsy: Schönes shoppen und Gutes tun


Ukrainer vermarkten ihr Kunsthandwerk auf Etsy. Schüler lernen für die Gemeinschaft. Und eine App hilft gegen Einsamkeit. Das sind die guten Nachrichten der Woche.

Ukrainisches Handwerk auf Etsy: Schönes shoppen und Gutes tun

In dieser Ausgabe soll es um Onlineshopping gehen. Handel, mit dem Sie Schönes erhalten und Gutes bewirken können. Und bevor Sie gleich mit Kapitalismuskritik kontern – keine Sorge: Es geht um Selbstgemachtes, genauer um ukrainisches Kunsthandwerk.

Dieses war bereits vor dem russischen Angriffskrieg bei Kennern beliebt. Seit 2022 erlebt Selbstgemachtes aus ukrainischen Städten und Dörfern jedoch einen Aufschwung, vor allem auf der Online-Verkaufsplattform Etsy.

Dort bieten zahlreiche ukrainische Händlerinnen und Händler allerhand Basteleien an, darunter geklöppelte Spitzendeckchen, Holzteller mit bunten Blumen und Hähnen der Petrykiwka-Malerei, Glaskunst, bestickte Trachtenblusen, die Wyschywankas – inzwischen auch mit modernen und schlichten Designs.

Gannibal an ihrem Arbeitsplatz: Flexibel und von zu Hause aus

Gannibal an ihrem Arbeitsplatz: Flexibel und von zu Hause aus

Foto:

Simona Supino / DER SPIEGEL

»Etsy ersetzt zum Teil die traditionellen Marktstände, an denen vor dem Krieg auch ausländische Touristen ukrainisches Kunsthandwerk kauften«, hat mir meine Kollegin Ann-Dorit Boy berichtet. Sie hat sich auf Etsy umgesehen und mit der Händlerin Anna Gannibal gesprochen. Die Ukrainerin verkauft verzierte Glasobjekte in die ganze Welt.

»Das funktioniert auch dank der Herkulesarbeit der ukrainischen Post. Die schafft es immer noch, Pakete aus der Ukraine binnen zwei Wochen in die USA zu bringen, obwohl wegen der Kämpfe der Flugverkehr lahm liegt«, sagte mir Ann-Dorit.

So wird Handarbeit für viele Ukrainerinnen und Ukrainer zu einem guten Weg, um flexibel von zu Hause aus zu arbeiten und Geld zu verdienen – für uns in Deutschland auch ein schöner Geschenktipp: »Ich habe einmal Weihnachtsschmuck aus der Ukraine geschenkt bekommen, der auch von Etsy-Künstlern stammt«, erzählte mir Ann-Dorit und schickte mir dieses Bild, das ich gern mit Ihnen teilen mag:

Geschenk an Ann-Dorit: Gedrechselte Pilze aus Holz, mit traditionellen Motiven bemalt

Geschenk an Ann-Dorit: Gedrechselte Pilze aus Holz, mit traditionellen Motiven bemalt

Foto:

Privat

Ich empfehle Ihnen Ann-Dorits Text  sehr!

Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Für Demokratie kämpfen
Was wäre, wenn die AfD tatsächlich an die Macht käme? Mitarbeitende eines Thinktanks haben Expertinnen und Experten aus sieben Ländern befragt, in denen Extremrechte bereits an der Macht waren oder sind. Heraus kam eine Analyse mit Handlungsanweisungen, wie sich die Zivilgesellschaft schützen kann. Hier geht’s zu den Tipps .

Demonstration gegen die AfD im Jahr 2024: Demokratie stärken

Demonstration gegen die AfD im Jahr 2024: Demokratie stärken

Foto: Hami Roshan / Middle East Images / IMAGO

Aktive Großeltern leben gesünder
Opas und Omas, die sich um ihre Enkel kümmern, bleiben geistig fitter. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, in der Daten von mehr als 10.000 Großeltern ausgewertet wurden. Dabei scheint es unwichtig, wie viel Zeit genau die Großeltern den Kleinen widmen. Allerdings fielen Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. Lesen Sie hier mehr zum guten Altern .

Für die Gemeinschaft pauken
Nicht für Prüfungen, sondern fürs Leben lernen: Das wird am »Freiday« Realität. In dieser Zeit haben Schülerinnen und Schüler keinen Fachunterricht wie Mathe oder Bio. Stattdessen sollen sie sich mit Zukunft, Nachhaltigkeit und Chancengleichheit beschäftigen – und eigene Projekte umsetzen: Bingo im Seniorenheim, Vorlesen im Krankenhaus. Meine Kollegin Elisa Schwarze hat sich die Initiative genauer angesehen und mit Teilnehmenden gesprochen. Den »Freiday«-Bericht finden Sie hier .

SPIEGEL-Redakteurin Elisa Schwarze mit Schülerinnen der Marienschule in Lingen

SPIEGEL-Redakteurin Elisa Schwarze mit Schülerinnen der Marienschule in Lingen

Foto: Marcus Windus / DER SPIEGEL

Kunst kontra Politik
Bei den 68. Grammy Awards war Politik beinahe wichtiger als Musik: Billie Eilish verfluchte Donald Trumps ICE. Bad Bunny gab einen Vorgeschmack auf seine Super-Bowl-Halbzeitshow, auf die wir uns in der deutschen Nacht zum Montag freuen können (auf SPIEGEL.de wird es einen Liveticker zum Super Bowl geben). Lesen Sie hier , welche Künstlerinnen und Künstler bei den Grammys Zeichen gesetzt und bei dem Musikpreis ausgezeichnet wurden.

Was gut ist – für Sie:

Wie Sie mit Sport Ihre Psyche fit machen
Haben Sie sich wie ich dieses Jahr mehr Bewegung vorgenommen? Dann sollten wir uns das hier als weiteren Anreiz nehmen: Forschung zeigt, dass Sport nicht nur die physische, sondern auch die mentale Gesundheit enorm fördern kann. Lesen Sie hier , wie Sie Stress reduzieren – und mit welchem Sport Sie Ihr Gehirn auf Bestleistung trimmen.

Fit und gut drauf: Bewegung für die Psyche

Fit und gut drauf: Bewegung für die Psyche

Foto:

Klaus Vedfelt / Getty Images

Wie Sie Ihre Seminararbeit schreiben (ohne zu schummeln)
Der folgende Absatz gilt allen Studierenden: Hausarbeiten nerven, ja. Doch man kann sie auch ohne Stress und unnötige Nachtschichten hinter sich bringen. Wie, das lesen Sie hier.

Wie Sie den Dry January fortsetzen können
Stichwort gute Vorsätze: Wenn Sie im ersten Monat des Jahres abstinent waren, können Sie das auch im zweiten schaffen. Hier wird erklärt , warum sich der Alkoholverzicht auch weiterhin lohnt ‒ und wie Sie es schaffen, bewusst zu trinken.

Mindful Drinking: Abstinenz, die guttut

Mindful Drinking: Abstinenz, die guttut

Foto: Aleksandra Konoplia / Moment RF / Getty Images

Wie Sie Kommentare zu (»Lifestyle«-)Teilzeit kontern
Wer nicht Vollzeit arbeitet, muss sich mancherorts dumme Sprüche anhören. Karrierecoachin Carmen Michaelis erklärt, wie Sie souverän darauf reagieren können .

Und sonst?

Möchte ich mit Ihnen über Mittel gegen Einsamkeit sprechen. Das Problem besteht weltweit und wird in China aktuell besonders deutlich. Grund dafür ist die sogenannte »Bist du tot?«-App. Damit können Alleinstehende Lebenszeichen senden. Checkt man zwei Tage lang nicht ein, erhält ein Notfallkontakt eine E-Mail.

»Vor ein paar Wochen haben in meinem Umfeld in Peking viele jüngere Chinesinnen von dieser App gesprochen. Ich glaube, die Tatsache, dass die App so erfolgreich ist, hat sie erschreckt. Weil dadurch das Problem der Einsamkeit in China so deutlich wird«, erzählte mir meine Kollegin Maria Stöhr. Sie arbeitet als SPIEGEL-Korrespondentin in Peking.

Anfang des Jahres war »Bist du tot« die erfolgreichste Bezahl-App Chinas. Offensichtlich probieren nicht nur Rentnerinnen und Rentner, sondern auch junge Bürgerinnen und Bürger das Angebot aus. Maria hat es selbst ausprobiert und einen Erfahrungsbericht über die App  geschrieben.

Doch es gibt auch Skeptiker: »Eine alleinstehende chinesische Freundin meinte, sie will sich die App nicht herunterladen. Sie hat sich einen Hund geholt. Er zwingt sie, regelmäßig vor die Tür und unter Leute zu gehen«, erzählte Maria. Inzwischen gehe ab und an eine andere Hundebesitzerin mit. »Ich hoffe, die beiden werden Freundinnen«, sagte Maria.

Kennen Sie gute Mittel gegen Einsamkeit, die weder App noch Hund sind? Dann schreiben Sie mir gern an anastasia.trenkler@spiegel.de .

Hier lesen Sie  Marias Text zum Selbstversuch.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames und schönes Wochenende. Wenn Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen.

Herzliche Grüße

Ihre Anastasia Trenkler, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL