Russland hatte erneut die Region Odessa angegriffen. Dabei wurden ukrainischen Angaben zufolge vier Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. »Angriffsdrohnen attackierten Wohn-, Logistik- und Energieinfrastruktur in unserer Region«, teilte der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, mit. In der Stadt Odessa seien vier Menschen verletzt worden, darunter ein sieben Monate altes Baby, zwei weitere Kinder und ein 42-jähriger Mann. Trümmer und direkte Treffer hätten Fassaden und Fenster mehrerer Hochhäuser beschädigt. Odessa ist ein wichtiger ukrainischer Schwarzmeerhafen und ebenfalls häufig Ziel russischer Angriffe.
In Russland war die Ölraffinerie in der Hafenstadt Tuapse am Schwarzen Meer das Ziel. Dort sei ein Feuer ausgebrochen, das jedoch rasch habe gelöscht werden können, teilte der operative Stab der Region Krasnodar mit. Anlagen der Raffinerie, ein Hafenanleger und fünf Wohnhäuser seien beschädigt worden. Tuapse ist einer der wichtigsten russischen Umschlagplätze für Ölprodukte. Die dortige Raffinerie des Konzerns Rosneft war wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe.
Die Warnung der Europäer
Die Angriffe erfolgen während andauernder diplomatischer Bemühungen und strategischer Neuausrichtungen. Einem Bericht der Zeitung »Welt« zufolge sind mehrere europäische Staaten bereit, sich an der Überwachung eines möglichen Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine zu beteiligen. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf EU-Diplomaten, insbesondere Frankreich und Großbritannien seien bereit, robuste Sicherheitsgarantien abzugeben und im Notfall auch mit Bodentruppen für die Einhaltung des Friedens zu kämpfen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte in seiner Neujahrsansprache erklärt, Russlands Angriff sei Teil eines Plans, der sich gegen ganz Europa richte. Für die Europäer bedeute dies, ihre Interessen noch viel stärker aus eigener Kraft verteidigen zu müssen.
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Die Bundesregierung begrüßte nach dem Besuch Selenskyjs bei Trump »ausdrücklich das Engagement von Präsident Trump beim Bemühen um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine«. Allerdings sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille auch, es liege an Moskau, den Krieg zu beenden. Auch Trump trauen etliche europäische Staats- und Regierungschefs weiterhin nicht – allen öffentlichen Äußerungen zum Trotz. Sie rieten Selenskyj vor dessen Treffen mit dem US-Präsidenten zur Vorsicht. Das geht aus einer auf Englisch verfassten Mitschrift einer Schaltkonferenz zwischen den Europäern und Selenskyj vor dessen Treffen mit Trump hervor, über die der SPIEGEL berichtet hat.
