In der Ukraine sind nach einer erneuten nächtlichen russischen Angriffswelle laut Präsident Wolodymyr Selenskyj Tausende Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. »Der Hauptstoß des Angriffs richtete sich gegen unser Energiesystem, gegen den Süden und die Region Odessa«, schreibt Selenskyj auf Telegram. Im ganzen Land habe das russische Militär mit mehr als 450 Drohnen und 30 Raketen angegriffen.
Laut der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) hat auch das Kernkraftwerk Saporischschja in der Nacht vorübergehend die externe Stromversorgung verloren – zum zwölften Mal seit Kriegsbeginn. Nun seien beide Stromleitungen wieder angeschlossen, schreibt die IAEA auf X. Das Atomkraftwerk auf russisch kontrolliertem Gebiet in der Nähe der Frontlinie ist nicht in Betrieb. Es benötigt aber eine ständige Stromversorgung, um seine Reaktoren zu kühlen. Für Notfälle verfügt es über Notstromgeneratoren.
For 12th time during conflict, Ukraine’s ZNPP temporarily lost all offsite power overnight due to widespread military activities affecting the electrical grid, DG Grossi said. Both power lines now reconnected. DG @rafaelmgrossi reiterates need for military restraint to avoid… pic.twitter.com/GFqRttf1jw
— IAEA - International Atomic Energy Agency ⚛️ (@iaeaorg) December 13, 2025
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Der ukrainische Netzbetreiber teilt mit, eine »erhebliche Anzahl« von Haushalten in den südlichen Regionen Odessa und Mykolajiw sei ohne Strom. Der von der Ukraine kontrollierte Teil der südlichen Region Cherson, durch die die Front verläuft, sei vollständig ohne Strom. Seit der Invasion im Februar 2022 bombardiert Russland immer wieder das ukrainische Energiesystem. Dies führt landesweit zu stundenlangen täglichen Stromausfällen.
Witkoff reist zu Ukrainegesprächen nach Berlin
Bei einem ukrainischen Angriff auf die russische Stadt Saratow sind nach Angaben des Gouverneurs der gleichnamigen Oblast zwei Menschen getötet worden. Sie seien bei einem Angriff auf ein Wohnhaus ums Leben gekommen, schreibt Roman Bussargin auf Telegram. Es gebe mehrere Verletzte, eine genaue Zahl nennt er nicht. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilt mit, die russische Armee hätte in der Nacht zum Samstag 41 Drohnen abgeschossen, 28 davon über der Oblast Saratow. Die Stadt Saratow liegt an der Wolga, rund 625 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Sie war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Diese richteten sich gegen die örtliche Ölraffinerie und einen wichtigen nahe gelegenen Luftwaffenstützpunkt.
Unterdessen gehen die diplomatischen Gespräche über ein mögliches Ende des Kriegs weiter: An diesem Wochenende trifft sich Selenskyj mit dem US-Sondergesandten Witkoff und europäischen Staatenlenkern in Berlin. Nach Angaben der Bundesregierung empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den ukrainischen Präsidenten am Montag unter anderem »zu einem Austausch über den Stand der Friedensverhandlungen in der Ukraine«. Mehr über die Hintergründe und Absichten von Friedrich Merz lesen Sie hier .
