Die Ukraine ist nach Angaben ihres Außenministeriums in der Nacht erneut massiv von Russland angegriffen worden. Dabei seien zwei Menschen getötet und zwei Dutzend verletzt worden, schrieb Andrij Sybiha auf der Plattform X.
Russland habe mit Dutzenden Marschflugkörpern und ballistischen Raketen sowie über 500 Drohnen mehrere Wohnhäuser, das Energienetz und kritische Infrastruktur beschossen. In der Hauptstadt Kyjiw waren die ganze Nacht über Explosionen zu hören. Auch in anderen Landesteilen wurde Berichten zufolge Raketenalarm ausgelöst.
A difficult night in Ukraine, particularly in Kyiv. Russia shot dozens of cruise and ballistic missiles and over 500 drones at ordinary homes, the energy grid, and critical infrastructure. At least 2 people were killed and two dozen injured, including a child.
— Andrii Sybiha 🇺🇦 (@andrii_sybiha) November 29, 2025
While everyone is… pic.twitter.com/c2TR4uhJJU
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Sybiha warf Moskau vor, weiter »zu töten und zu zerstören«, während die Welt Friedenspläne für den Konflikt diskutiere.
Ukrainische Delegation auf dem Weg in die USA
Derzeit laufen weiter Gespräche über ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs. Wie Ukraines Präsident Selenskyj am Samstag auf X mitteilte, ist eine ukrainische Delegation unter Leitung des Chefs des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, auf dem Weg in die USA. Sie soll »die notwendigen Schritte zur Beendigung des Krieges zügig und substanziell ausarbeiten«, so Selenskyj. Die Gespräche könnten laut der Nachrichtenagentur AFP im US-Bundesstaat Florida stattfinden.
Menschen suchen Schutz vor Russlands Angriffen in U-Bahnhöfen unter Kyjiw
Foto: Sergei Gapon / AFPKurz zuvor war der Leiter der ukrainischen Delegation bei den jüngsten Gesprächen in Genf, Andrij Jermak, wegen Korruptionsverdachts zurückgetreten. Die ursprüngliche Fassung des in Genf verhandelten, von den USA verfassten Plans war weithin als vorteilhaft für Russland beurteilt worden. Dem Vertreter zufolge sollte Jermak an den Gesprächen teilnehmen, ehe er zurücktreten musste. Mehr über Jermak und wieso Selenskyj an ihm festhielt, bis es nicht mehr ging, lesen Sie hier.
Für Samstag setzte Selenskyj Gespräche mit potenziellen Kandidaten für Jermaks Nachfolge an. In der Zwischenzeit würden Militärs, Diplomaten und die Geheimdienste die Verhandlungen mit den USA führen, erklärte Selenskyj in Onlinediensten. In den kommenden Tagen wird US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll in Kyjiw erwartet, um den US-Plan zur Beendigung des Kriegs zu besprechen. Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, soll kommende Woche in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin darüber sprechen.
Orbán sieht Ukraine nach Kriegsende als »Pufferstaat«
Geht es nach Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán, wird die Ukraine nach einem Ende des Kriegs zu einem »Pufferstaat« zwischen Russland und der Nato. Die einzige »dauerhafte Lösung« für den Krieg in der Ukraine bestehe darin, »dass die Nachkriegsordnung auf dem grundlegenden Prinzip aufbaut, dass die Ukraine wieder zu dem Pufferstaat wird, der sie einst war«, sagte Orbán der »Welt am Sonntag«.
»Russland behält jenes Territorium, das auf einer internationalen Friedenskonferenz ausgehandelt wird, und alles westlich dieser Linie – bis zur östlichen Nato-Grenze – bildet das Territorium des ukrainischen Staates, der erneut als Pufferstaat existieren würde«, fuhr Orbán fort.
Nato und Russland würden sich »auf Umfang und Ausstattung der begrenzten ukrainischen Streitkräfte« einigen, »die in der Pufferzone operieren dürfen, und beide Seiten geben Garantien ab, dass niemand diesen Pufferstaat unter seine eigene Autorität stellt«. Dies sei verhandelbar. »Das Völkerrecht kennt die Instrumente, mit denen ein solches System von Garantien geschaffen werden kann«, sagte Orbán.
Ungarn ist trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor inzwischen fast vier Jahren einer der letzten verbliebenen Verbündeten Moskaus in der EU und hängt nach wie vor stark von Energieimporten aus Russland ab. Am Freitag traf sich Orbán mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau.
