Russland lässt »keinerlei Willen zum Frieden erkennen«. Das sagt der neue Koordinator der deutschen Militärhilfe für die Ukraine, Joachim Kaschke. Im Gegenteil würden die Angriffe intensiviert, »offensichtlich in der Hoffnung, noch Gebietsgewinne zu erreichen, die auch in den möglichen Verhandlungen eine Rolle spielen können«, sagte der Brigadegeneral im Bundeswehr-Format »Nachgefragt «.
Kaschke äußerte sich während seiner ersten Ukraine-Reise in der neuen Position zur Lage in dem Land. Sein Eindruck sei, dass die Menschen in der Ukraine sich zwar nichts so sehr wünschten wie den Frieden, aber nicht zu Maximalbedingungen, wie sie ihnen aufgezwungen werden sollen.
Er betonte, dass die militärische Kooperation mit der Ukraine auch Erkenntnisgewinn und Weiterentwicklung für die Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr bedeute. Es gehe dabei um die Teilhabe an Innovationen und das Wissen, wie sich Waffen und Militärtechnik im Krieg bewährten. Auch gehe es darum, wie Führungsprozesse und Gefechtsstände in der militärischen Praxis organisiert sein müssten.
Zuletzt waren Sicherheitsgarantien für die Ukraine diskutiert worden: Kanzler Merz und weitere europäische Staats- und Regierungschefs hatten eine multinationale Truppe vorgeschlagen. Diese von Europa geführte und den USA unterstützte Truppe solle die ukrainischen Streitkräfte unterstützen. Sie solle die Sicherheit des Luftraums und der Meere gewährleisten, »auch durch Operationen innerhalb der Ukraine«. Die USA hatten unlängst ausgeschlossen, sich an einer solchen Truppe zu beteiligen. Trump hatte im Sommer aber gesagt, die Vereinigten Staaten seien bereit, die Verbündeten etwa aus der Luft zu unterstützen.
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Besonders Frankreich und Großbritannien dringen seit Längerem auf konkrete Vorbereitungen, doch Deutschland zögert. Kanzler Friedrich Merz ließ im ZDF die Frage nach einem Bundeswehreinsatz offen, auch der Verteidigungsminister Boris Pistorius dämpfte die Erwartungen. Russland lehnt den Einsatz von Truppen zur Überwachung eines Waffenstillstands kategorisch ab.
