Bei russischen Angriffen auf die beiden größten Städte der Ukraine sind am Samstag Behördenangaben zufolge mindestens ein Dutzend Menschen verletzt worden. In der Hauptstadt Kyjiw wurden schwer verletzte Opfer in ein Krankenhaus gebracht, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte.
»Kyjiw steht unter massivem feindlichen Beschuss«, schrieb Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. In einem späteren Beitrag schreibt Klitschko von weiteren Verletzten und auch davon, dass mindestens eine Person ums Leben gekommen sei. In mehreren von Drohnentrümmern getroffenen Gebäuden sei Feuer ausgebrochen. Zudem wurde die Wärme- und Wasserversorgung in Teilen der Hauptstadt unterbrochen, ergänzte Klitschko.
Tymur Tkachenko, Chef der Kyjiw Militärverwaltung, berichtete von Drohnenangriffen in mindestens drei Stadtteilen, die an mindestens zwei Orten Brände auslösten.
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, bei dem Angriff auf die Hauptstadt seien sowohl Drohnen als auch Raketen eingesetzt worden. In der nordostukrainischen Stadt Charkiw wurden den Behörden zufolge 19 Menschen verletzt. Dort trafen Drohnen laut Bürgermeister Ihor Terechow unter anderem ein Wohnheim für Vertriebene, ein Krankenhaus und eine Geburtsklinik. Nach Angaben von Gouverneur Oleh Synjehubob sind unter den Verletzten eine Schwangere und ein Kind.
Selenskyj kündigt Fortsetzung der Verhandlung mit Russland an
Die jüngsten Angriffe erfolgten, nachdem Unterhändler aus der Ukraine, Russland und den USA am Freitag den ersten von zwei Gesprächstagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten beendet hatten. Am ersten Verhandlungstag in Abu Dhabi ist es nach ukrainischen Angaben um die Parameter für eine Beendigung des Kriegs gegangen.
Auch die weitere Logik des Verhandlungsprozesses sei erörtert worden, teilte der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats und Delegationsleiter, Rustem Umerow, mit. Russische Staatsmedien berichten von Verhandlungen unter kompletter Abschottung der Öffentlichkeit.
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Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Videobotschaft , dass am Wochenende weitere Gespräche geführt werden. »Das ist wichtig, denn solche trilateralen Treffen gab es schon lange nicht mehr.« Es sei noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, so Selenskyj. Vor allem müsse Russland, das den Angriff begonnen habe, bereit sein, den Krieg zu beenden. Er stehe in regelmäßigem Kontakt mit den ukrainischen Unterhändlern.
