Es sollen direkte Verhandlungen werden: Moskau erwartet in der ersten Hälfte der kommenden Woche ein Treffen mit US-Vertretern in Russland. Das bestätigte Kremlchef Wladimir Putin bei einem Besuch in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.
Laut Putin werden von russischer Seite Vertreter des Außenministeriums und der Präsidialverwaltung teilnehmen. Namentlich nannte Putin seine Berater Wladimir Medinski und Jurij Uschakow. Nach Kremlangaben wird der Berater von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, erwartet.
Es gehe um einen sehr großen Komplex an Fragen, der behandelt werden müsse, sagte Putin. Jede Frage habe eine Schlüsselbedeutung.
Putin hatte sich selbst mehrfach mit Witkoff getroffen. Er bekräftigte zudem seine Bereitschaft zu Gesprächen über Trumps 28-Punkte-Papier für eine Beendigung des Krieges . Dies könne eine Grundlage für einen späteren Friedensvertrag sein, sagte er.
Am vergangenen Wochenende hatten europäische Staaten, darunter auch Deutschland, bei den Ukraineverhandlungen in Genf einen Gegenvorschlag zum US-Plan gemacht. Ein zentrales Thema: Der derzeitige Frontverlauf müsse Ausgangspunkt für Verhandlungen und nicht deren Endpunkt sein, wie Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte.
In Moskau traf der Gegenvorschlag nicht auf Begeisterung: Der Plan sei »überhaupt nicht konstruktiv« und funktioniere für Moskau nicht, sagte Uschakow. Und auch Putin machte nun deutlich, dass er vor einem Waffenstillstand die Kontrolle über den gesamten Donbass haben wolle. »Wenn die ukrainischen Truppen die von ihnen gehaltenen Gebiete verlassen, werden wir die Kampfeinsätze beenden«, sagte Putin in Bischkek. »Wenn sie dies nicht tun, werden wir dies mit militärischen Mitteln erreichen.«
Und Putin ging noch weiter und wiederholte zentrale Narrative seiner Kriegspropaganda: Es ergebe keinen Sinn, einen Vertrag mit der ukrainischen Regierung zu unterzeichnen, weil diese illegitim sei, wie Putin behauptete.
Inwiefern die Aufregung um den Trump-Plan dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sogar gelegen kommen könnte, lesen Sie hier .
