SpOn 08.01.2026
12:05 Uhr

Ukraine-Krieg: Russland erklärt ausländische Truppen in Ukraine zum »legitimen Ziel«


Europa kann sich vorstellen, eigene Truppen als Sicherheitsgarantien in die Ukraine zu schicken. Moskau hat nun erneut auf die Pläne reagiert – allerdings in verschärfter Rhetorik.

Ukraine-Krieg: Russland erklärt ausländische Truppen in Ukraine zum »legitimen Ziel«

Beim Ukrainetreffen in Paris hat die sogenannte Koalition der Willigen den Einsatz europäischer Truppen zur Absicherung eines Waffenstillstands in der Ukraine in Aussicht gestellt. Russland hatte solche Pläne bereits in der Vergangenheit als Provokation kritisiert. Nun legt Moskau nach: Die Aussagen aus Europa seien »zunehmend gefährlich«, man sehe ausländische Truppen in der Ukraine eindeutig als »legitimes Ziel« der russischen Armee. Das erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa.

»Die neuen militaristischen Erklärungen der sogenannten Koalition der Willigen und des Regimes in Kyjiw begründen eine echte Kriegsachse«, erklärte Sacharowa. Die Pläne dieser Länder seien »gefährlich« und »zerstörerisch«.

Bei dem Treffen in Paris hatte Großbritanniens Premierminister Keir Starmer zuvor den Einsatz von britischen und französischen Streitkräften auf ukrainischem Boden nach einem Waffenstillstand in Aussicht gestellt.

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Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron habe er eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, die »den Weg für den rechtlichen Rahmen« für einen derartigen Einsatz ebne, sagte er bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen. Auch weitere, nicht namentlich genannte Verbündete wollen demnach ihre Einheiten in die Ukraine entsenden – Deutschland gehört bislang nicht dazu.

Berlin ist jedoch zu einem Militäreinsatz für die Ukraine von außen bereit. Mehr zu den deutschen Plänen zur Friedenssicherung lesen Sie hier. 

Von der Leyen sieht Zeichen der Einheit

Vom jüngsten Spitzentreffen der Unterstützerstaaten der von Russland angegriffenen Ukraine geht nach Auffassung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein starkes Zeichen der Einheit aus. Die vereinbarte gemeinsame Erklärung sende eine klare Botschaft, schrieb sie nach den Beratungen in Paris. Man stehe kollektiv an der Seite der Ukraine. Vor dem Land liege eine sichere, stabile und prosperierende Zukunft. An dem Spitzentreffen der sogenannten Koalition der Willigen nahmen nach Angaben der französischen Regierung Vertreter von mehr als 30 Staaten sowie der EU und der Nato teil.

Die mögliche Präsenz ausländischer Truppen ist aber für Moskau bislang ein Grund, alle Friedensvorschläge abzulehnen.

czl/mrc/AFP/Reuters