Angriff in Russland: Die Ukraine hat nach Behördenangaben ein Militärobjekt in der Region Wolgograd und eine Raffinerie in der nordrussischen Teilrepublik Komi angegriffen.
In der Nacht soll die russische Flugabwehr einen Raketenangriff abgewehrt haben, erklärte der Gouverneur von Wolgograd, Andrej Botscharow. »Durch herabfallende Trümmer auf das Territorium eines Objekts des Verteidigungsministeriums nahe der Ortschaft Kotluban ist ein Brand ausgebrochen«, wird Botscharow vom Telegramkanal der Gebietsverwaltung zitiert.
Wegen anhaltender Detonationen sei die Evakuierung des Ortes veranlasst worden, heißt es weiter. Verletzte oder Schäden an ziviler Infrastruktur seien bisher nicht bekannt. Auf Bildern und Videos sind mehrere Explosionen zu sehen. Ukrainische Medien berichteten, dass in der Region Wolgograd Depots der Raketenartilleriestreitkräfte getroffen worden seien.
Drohnenoffensive aus Kyjiw
Im Ukrainekrieg greift Kyjiw auch immer häufiger im russischen Inland an. Im vergangenen Jahr baute die Ukraine trotz knapper Ressourcen ihre Drohnenoffensive aus. Dafür setzt sie hauptsächlich günstige Drohnen ein.
Die Drohnenangriffe schaffen es teils tief ins russische Inland hinein. Die Region Tambow ist verhältnismäßig nah, bis zur russischen Grenze sind es keine 500 Kilometer. Hier gab es in der Nacht Behördenangaben zufolge zwei Verletzte. Gouverneur Jewgenij Perwyschow berichtet bei Telegram von Drohnentrümmern, die auf ein technisches College und ein Geschäft in der Stadt Mitschurinsk gestürzt seien.
In der nordrussischen Region Komi wurde nach ukrainischen Angaben eine Raffinerie angegriffen. Den auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Bildern zufolge gab es dort auch Schäden. Überprüfbar sind die Angaben nicht. Der örtliche Katastrophenschutz bestätigte zumindest einen Drohnenangriff, machte aber bislang keine Angaben zu den Folgen. Wegen der anhaltenden Gefahr wurde der Flugplatz in der Stadt Uchta für den Luftverkehr gesperrt.
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