SpOn 29.09.2026
07:06 Uhr

Ukraine: Wolodymyr Selenskyj warnt vor neuer russischer Mobilmachung


Der ukrainische Präsident Selenskyj sieht eine Ausbreitung des »Bösen«: Erkenntnissen seiner Geheimdienste zufolge habe Moskau mit einer neuen Mobilmachung begonnen. Auch Nordkorea bereite die Entsendung weiterer Truppen vor.

Ukraine: Wolodymyr Selenskyj warnt vor neuer russischer Mobilmachung

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. »Sie (die Russen) planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen«, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache und berief sich auf Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verluste an den Frontlinien in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen.

Zudem bereite Nordkorea die Entsendung Tausender weiterer Soldaten nach Russland vor, hieß es von Selenskyj. »Derzeit befinden sich mehr als 8000 nordkoreanische Soldaten auf russischem Territorium«, sagte der ukrainische Präsident unter Berufung auf »neue Daten«. »Darüber hinaus wird die Entsendung eines Kontingents von weiteren 10.000 Soldaten vorbereitet.« Die Soldaten würden »für die Ausbildung und den anschließenden Einsatz in Russland ausgewählt«.

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Russland bezahle dafür unter anderem mit Technologien, und im Gegenzug für diese Hilfe sei mit technischer Unterstützung Russlands auf nordkoreanischem Territorium die Produktion von Angriffsdrohnen vom Typ Shahed aufgenommen worden. »So breitet sich das Böse aus, und so greift eine Bedrohung für das Leben in einem Teil der Welt auf andere Teile der Welt über«, warnte Selenskyj.

Erneut Raketenangriffe auf Kyjiw

Derweil setzt Moskau seine heftigen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw fort. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der Nacht vor einer Bedrohung durch ballistische Raketen in der Region. Berichten zufolge waren in Kyjiw Explosionen zu hören. Der Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb bei Telegram von Schäden in mehreren Teilen der Hauptstadt.

Im Stadtteil Solomjanka sei ein Verwaltungsgebäude getroffen worden, zudem seien Raketentrümmer in den Hof eines Wohnhauses gefallen, teilte Klitschko mit. Auch ein Gebäude einer Bildungseinrichtung wurde demnach getroffen, es gebe einen Brand. Im zentralen Stadtteil Petschersk sei es in einem dreistöckigen Nichtwohngebäude zu einem Brand gekommen.

Kyjiw ist seit Wochen Tag und Nacht besonders von verstärkten russischen Luftangriffen betroffen. Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Akademie der Wissenschaften im normalerweise gut geschützten Zentrum der ukrainischen Hauptstadt waren am Vortag nach ukrainischen Angaben eine Frau getötet und sechs weitere Menschen verletzt worden.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. In jüngster Zeit kam verstärkt die ukrainische Hauptstadt Kyjiw unter Beschuss.

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asc/dpa/AFP/Reuters