Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Flugabwehr des Landes neu organisieren. Es gehe um einen verbesserten Einsatz der mobilen Flugabwehrtrupps und Anti-Drohnen-Einheiten im Nahbereich, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache.
Künftig soll sich darum der Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, kümmern. Präsident Selenskyj betraut ihne mit dieser Aufgabe und machte ihn zum Vizekommandeur der Luftwaffe.
Offenbar soll mit der Umstrukturierung auch der Schutz vor russischen Drohnen besser funktionieren. Im Angriffskrieg gegen die Ukraine hatten heftige Raketen- und Drohnenangriffe des russischen Militärs vor Kurzem die Wärmeversorgung in Kyjiw stark beschädigt. Seitdem kämpfen die Menschen in der Hauptstadt gegen die Kälte .
»Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten«, erläuterte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. »Ein System, das nicht erst nachträglich reagiert, sondern die Bedrohung bereits im Anflug zerstört.« Die Flugabwehr dürfe nicht nur punktuell wirken, sie müsse als Netz über das ganze Land gespannt werden.
Der Minister, selbst erst seit Kurzem im Amt, lobte die militärischen Erfolge des neuen Vizekommandeurs der Luftwaffe, der vor dem Krieg Geschäftsmann und Produzent einer Polit-Talkshow im Fernsehen war. Die von Jelisarow aufgebaute Drohnentruppe habe russisches Kriegsgerät im Wert von elf Milliarden Euro zerstört, schrieb Fedorow auf Telegram. Jeder fünfte ausgeschaltete russische Panzer gehe auf das Konto dieser Einheit.
Russland hat seit dem vergangenen Jahr seine Angriffe mit Langstreckendrohnen verstärkt und setzt manchmal mehrere hundert Stück zugleich ein. Die Waffen richten große Schäden im ukrainischen Hinterland an.
Wie die Menschen in Kyjiw mit Putins Angriffen auf die Wärmeversorgung aushalten, erfahren Sie hier .
