Nach dem ersten Verhandlungstag um ein Ende des Kriegs in der Ukraine hat Wolodymyr Selenskyj weitere Gespräche am Wochenende angekündigt. »Das ist wichtig, denn solche trilateralen Treffen gab es schon lange nicht mehr«, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft . Das Treffen zwischen Vertretern der USA, Russlands und der Ukraine findet in Abu Dhabi statt.
Es sei noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, sagte Selenskyj. Vor allem müsse Russland, das den Angriff begonnen habe, bereit sein, den Krieg zu beenden. »Fast stündlich erhalte ich Berichte von den ukrainischen Vertretern – sie befinden sich derzeit in den Emiraten, wo heute ukrainische, amerikanische und russische Delegationen zu Gesprächen zusammengekommen sind«. Gesprochen werde über die Bedingungen für ein Ende des Kriegs. Er stehe in ständigem Kontakt mit der Delegation unter Leitung von Chefunterhändler Rustem Umjerow.
Im Zentrum der Gespräche steht, ob die Ukraine sich auf die russische Bedingung für einen Waffenstillstand einlässt: Der Kreml fordert einen Rückzug der Ukraine aus dem noch von Kyjiw kontrollierten Teil im Osten der Ukraine.
Russische Staatsmedien berichten von Verhandlungen unter kompletter Abschottung der Öffentlichkeit. In den Gesprächen sei es auch um mögliche Pufferzonen für den Fall eines Waffenstillstandes gegangen, berichtete die russische Staatsagentur Tass, die sich auf Verhandlungskreise berief.
Die USA drängen die Ukraine und Russland seit Monaten zu einem Ende des Kriegs. Moskau erhebt unter anderem Anspruch auf das gesamte Gebiet Donezk, das es nur zu knapp 80 Prozent kontrolliert. Kyjiw lehnt einen freiwilligen Abzug ab. Das Gebiet Donezk und das benachbarte Gebiet Luhansk, das russische Truppen fast vollständig kontrollieren, werden als Donbass bezeichnet.
Geführt werden die Gespräche von ukrainischer Seite vom Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, und dem neuen Leiter des Präsidialamtes, Kyrylo Budanow. Russlands Präsident Wladimir Putin entsandte den Leiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, und andere Militärs.
Unterdessen hat Russland mit einer neuen Attacke auf die Infrastruktur vielen Kyjiwern die Heizung genommen. Bürgermeister Klitschko legt den Menschen nahe, die Stadt zu verlassen. Viele ältere Menschen können das aber gar nicht. Lesen Sie hier: »Sie müssen frieren, weil Putin es so will« .
