Während Russland immer wieder die Energieinfrastruktur der Ukraine angreift, droht den Bewohnern im kriegszerstörten Land eine extreme Kältewelle: Der ukrainische Wetterdienst warnt davor, dass die Temperaturen zwischen dem 1. und dem 3. Februar in einigen Landesteilen nachts auf bis zu minus 30 Grad absinken könnten. Die internationale Hilfsorganisation Help warnte angesichts der Extremkälte vor einer weiteren Eskalation der humanitären Lage.
Russland hatte zuletzt verstärkt das ukrainische Energienetz bombardiert. Die örtlichen Behörden arbeiten kontinuierlich daran, die Wärme- und Stromversorgung wiederherzustellen. Durch die Attacken waren im Januar Zehntausende Haushalte immer wieder von der Stromversorgung abgeschnitten. In der Hauptstadt Kyjiw waren nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Beginn der Woche mehr als 900 Gebäude noch immer ohne Fernwärme.
»Bereits jetzt sind in den Großstädten Millionen Menschen ohne Strom, Heizung und Warmwasser«, erklärte Help-Landesdirektor Oleksandr Nowykow. Durch einen weiteren russischen Großangriff auf die noch verbleibende Energieinfrastruktur könnte sich die humanitäre Situation ihm zufolge weiter verschärfen. Besonders betroffen seien demnach Großstädte wie die Hauptstadt Kyjiw, wo Help Winterhilfe wie das Verteilen von Heizmaterialien, bei Notstromlösungen und dem Bereitstellen von warmen Mahlzeiten leistet.
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Besonders für ältere Menschen, Kinder und Kranke werden Extremtemperaturen zu einer lebensgefährlichen Bedrohung. »Durch die Stromausfälle sind ältere oder kranke Menschen, die in hohen Stockwerken wohnen und auf den Aufzug angewiesen sind, beinahe vollständig von der Außenwelt und weiterer Versorgung abgeschnitten«, sagt Nowykow.
Lesen Sie hier einen Bericht aus Kyjiw darüber, wie die Menschen mit der Eiseskälte umgehen.
