SpOn 21.11.2025
18:53 Uhr

Ukraine: US-Friedensplan sieht Gebietsabtretungen an Russland vor


Fast täglich sterben Zivilisten in der Ukraine bei Luftangriffen, die Armee gerät unter Druck. Jetzt soll das Land durch den sogenannten Friedensplan der USA auch noch weitreichende Zugeständnisse machen. Die Lage im Video.

Ukraine: US-Friedensplan sieht Gebietsabtretungen an Russland vor

Lesen Sie hier das Videotranskript

Autos und Häuser in Flammen, Anwohner in Angst: In der Nacht auf Freitag sind bei einem russischen Luftangriff auf die Stadt Saporischschja im Süden der Ukraine mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Erst am Vortag hatte ein Großangriff auf Ternopil im Westen 26 Tote und 92 Verletzte gekostet.

Parallel zu den Attacken haben die USA nun einen 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges entworfen. Dieser sieht weitreichende Zugeständnisse der Ukraine vor.

In der ukrainischen Hauptstadt Kyjw empfing Präsident Wolodymyr Selenskyj US-Armee-Sekretär Daniel Driscoll.

Wolodymyr Selenskyj:

»Beste Grüße an Präsident Trump – von mir und unserem Team. Wir sind ihm und den Vereinigten Staaten sehr dankbar.«

Auf Telegram betonte Selenskyj nach dem Treffen erneut, gemeinsam mit den USA an den Punkten des Friedensplan arbeiten zu wollen. Ziel dürfte es sein, bessere Bedingungen für die Ukraine herauszuholen.

Denn die USA verlangen laut Medienberichten von der Ukraine Gebietsabtretungen, eine Verkleinerung der Armee sowie den Verzicht auf einen Nato-Beitritt. Die Krim und die ebenfalls besetzten westlichen Regionen Donezk und Luhansk würden als faktisch russisch gelten, auch wenn letztere derzeit noch nicht vollständig von den russischen Streitkräften besetzt sind.

Bundesaußenminister Johann Wadephul wertete das Konzept nicht als fertigen Plan, sondern als Versuch, Verhandlungen in den Gang zu bringen.

Johann Wadephul:

»Die deutsche Position ist die europäische Position, und das heißt: Wir stärken der Ukraine den Rücken. Wir wollen dafür sorgen, dass die Ukraine aus einer starken Verhandlungsposition über diese Punkte wird sprechen können. Und es wird die Ukraine sein, die zu entscheiden hat, welche Kompromisse sie macht, genauso wie Russland seinerseits solche Entscheidungen zu treffen hat.«

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte derweil diese Aufnahmen, die zeigen sollen, wie Soldaten durch die Stadt Pokrowsk patrouillieren.

Sollte die westukrainische Stadt nach monatelangen Kämpfen nun tatsächlich gefallen sein, wäre es für Russland ein strategischer Zwischenschritt, um die Region Donezk vollständig zu erobern.

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mrk/Reuters