SpOn 31.01.2026
11:55 Uhr

Ukraine: Stromausfall in mehreren Regionen, Kyjiw stellt U-Bahn-Betrieb ein


In mehreren Regionen der Ukraine ist der Strom ausgefallen. Der Energieminister gibt als Grund die Störung einer Stromtrasse nach Rumänien und Moldau an. Kurz zuvor hatte Kyjiw bereits den U-Bahn-Betrieb eingestellt.

Ukraine: Stromausfall in mehreren Regionen, Kyjiw stellt U-Bahn-Betrieb ein

In Teilen der Ukraine herrscht momentan ein Stromausfall. Energieminister Denys Schmyhal zufolge liegt das an einer technischen Störung bei zwei Stromleitungen, die die Ukraine, Moldau und Rumänien verbinden.

Der Westen und das Zentrum der Ukraine, inklusive der Hauptstadt Kyjiw, seien von dem Stromausfall betroffen. Man arbeite an einer Lösung, schrieb Schmyhal bei Telegram. Die Stromversorgung solle in einigen Stunden wiederhergestellt sein. Laut dem Energieministerium in Moldau gibt es auch dort Stromausfälle, unter anderem sollen in der Hauptstadt Chiᶊinǎu Ampeln ausgefallen sein.

U-Bahn in Kyjiw

U-Bahn in Kyjiw

Foto:

Roman Pilipey / EPA

Kurz zuvor hatte Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko mitgeteilt, dass wegen anhaltender Probleme mit der Energieversorgung erstmals seit den ersten Kriegswochen der Betrieb der U-Bahn eingestellt sei.

Wie in vielen Städten des Landes gebe es auch in Kyjiw Stromausfälle, schrieb Klitschko. Der Betrieb der U-Bahn sei nun wegen niedriger Spannung im Netz eingestellt worden. Die Bahnhöfe könnten aber weiter als Schutzräume genutzt werden.

Das U-Bahn-Netz ist ein wichtiges Verkehrssystem der ukrainischen Hauptstadt. Selbst während intensiver russischer Bombardements stellte die U-Bahn nur selten den Betrieb ein. Offiziellen Daten zufolge nutzten 2025 täglich rund 800.000 Fahrgäste die Züge des öffentlichen Verkehrssystems.

Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Kyjiws nutzen die 52 Stationen des U-Bahn-Netzes zudem als Luftschutzbunker während russischer Angriffe.

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Russland hat zu Jahresbeginn seine Attacken aus der Luft auf Kyjiw noch einmal verstärkt. Großangriffe gab es am 9. und 13. Januar. Seit Tagen sind nach erneutem Beschuss der Heizkraftwerke in der ukrainischen Hauptstadt Tausende Wohnblöcke ohne Fernheizung.

Der Stromversorger musste Notabschaltungen vornehmen. Erst am Donnerstagmorgen wurden wieder planmäßige Stromsperren eingeführt, wodurch viele Bewohner zumindest wieder fünf bis acht Stunden am Tag Elektrizität haben.

Die EU-Kommission hatte zuletzt angekündigt, angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine 500 weitere Notstromgeneratoren liefern zu wollen. Zuvor hatte sie bereits 447 dieser Notstromsysteme auf den Weg gebracht.

Die Ukraine hat nach Angaben der ukrainischen Premierministerin Julija Swyrydenko die erste Lieferung an Energieausrüstung aus Deutschland erhalten.

Sie sei Teil eines Winterhilfspakets, das jüngst auf 120 Millionen Euro aufgestockt worden sei, schrieb die Regierungschefin auf X. Demnach umfasst die Lieferung unter anderem zwei Blockheizkraftwerke, Generatoren und weitere Ausrüstung.

svs/esc/AFP/Reuters