Rund um das von Russland kontrollierte Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine gilt seit diesem Freitag eine lokale Waffenruhe. Das bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA, zuvor hatten russische Medien berichtet.
Die IAEA hatte eigenen Angaben zufolge die Regelung ausgehandelt, damit Stromleitungen repariert werden können. So soll die Notstromversorgung für das Kernkraftwerk wiederhergestellt werden. Es sei die fünfte lokale Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine, den man als Atomenergiebehörde vereinbart habe. Wie lange sie gilt, ist unklar. Auch bei den vorherigen Einigungen ging es um Reparaturen.
Das AKW Saporischschja hat sechs Reaktoren und ist das größte Kernkraftwerk Europas. Russische Truppen hatten es im März 2022 besetzt und kontrollieren es seitdem. Beide Seiten beschießen das Gelände immer wieder. Die Reaktoren stehen zwar still, benötigen aber weiter Strom für ihre Kühlung.
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Etwa 55 Kilometer von dem Kraftwerk entfernt liegt die Stadt Saporischschja. Dort wurden nach ukrainischen Angaben bei einem russischen Angriff am Dienstag mindestens fünf Menschen verletzt.
Warum Saporischschja für die Ukraine strategisch so wichtig ist, lesen Sie hier .
