SpOn 29.01.2026
23:16 Uhr

Ukraine: Heizkraftwerke aus Deutschland sollen 86.000 Menschen mit Strom versorgen


Tausende Menschen sind in Kyjiw nach russischen Angriffen weiter ohne Wärme. Das Entwicklungsministerium erhöht nun die Winterhilfe für die Ukraine. Zwei Anlagen aus Deutschland können 86.000 Menschen versorgen.

Ukraine: Heizkraftwerke aus Deutschland sollen 86.000 Menschen mit Strom versorgen

Deutschland erhöht seine Winterhilfe für die Ukraine angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Strom- und Wärmeinfrastruktur um 15 Millionen auf insgesamt 85 Millionen Euro. Das Geld ergänze die im Dezember bereitgestellten 70 Millionen Euro für die dezentrale Energie- und Wärmeversorgung, teilte das Entwicklungsministerium (BMZ)  in Berlin mit. Die beiden in Kyjiw übergebenen Blockheizkraftwerke seien die erste Lieferung aus dem Paket. Weitere Blockheizkraftwerke, Generatoren, modulare Kesselanlagen, Pelletheizanlagen und Batteriesysteme sollen folgen.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) erklärte, Russland erschwere mit seinen Angriffen das Leben in der Ukraine und setze darauf, dass viele Menschen die Flucht ergreifen. »Wir setzen auf die Widerstandskraft des ukrainischen Volkes und stehen an seiner Seite.«

Mit den beiden Heizkraftwerken würden 86.000 Menschen, fünf Krankenhäuser, 25 Kindergärten, 13 Schulen und fast 200 Verwaltungsgebäude mit Strom und Wärme versorgt. Dies sei »Hilfe, die direkt ankommt und wirkt, wo sie am nötigsten gebraucht wird«.

Russland hat zu Jahresbeginn seine Attacken aus der Luft auf Kyjiw noch einmal verstärkt . Großangriffe gab es am 9. und 13. Januar. Nach erneutem Beschuss der Heizkraftwerke am Samstag waren etwa 6000 Wohnblöcke und damit gut die Hälfte der Millionenstadt bei teils zweistelligen Minusgraden ohne Fernheizung. Der Stromversorger musste zu Notabschaltungen greifen. Erst am Donnerstagmorgen wurden wieder planmäßige Stromsperren eingeführt, wodurch viele Bewohner zumindest wieder fünf bis acht Stunden Elektrizität täglich haben.

Wie die ukrainische Premierministerin Julija Swyrydenko auf der Plattform X mitteilte, habe sie am Mittwoch gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in der Ukraine, Heiko Thoms, die dringend benötigte Ausrüstung entgegengenommen. Weitere 41 Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 40,8 Megawatt und 76 modulare Kesselhäuser werden in Kürze in der Ukraine eintreffen, schrieb sie. »Das bedeutet Licht und Wärme für Millionen von Menschen im ganzen Land.«

Deutschland habe darüber hinaus 60 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt und 167 Millionen Euro in den ukrainischen Energiefonds eingezahlt, schrieb Swyrydenko. »In einer Zeit, in der der Feind täglich unsere Energieinfrastruktur zerstört«, helfe die Unterstützung, Grundbedürfnisse zu decken.

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Unterdessen kündigte die EU-Kommission an, 145 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der Ukraine bereitzustellen. Weitere acht Millionen Euro seien für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Moldau bestimmt.

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Zudem liefert die EU angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine 500 weitere Notstromgeneratoren. Vergangenen Freitag hatte sie bereits 447 dieser Notstromsysteme auf den Weg gebracht.

Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko seien weiterhin mehr als 450 Wohnblöcke in Kyjiw ohne Fernwärme. Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna seien am Morgen 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen worden, teilte Klitschko auf Telegram mit. Dennoch befänden sich weiter die meisten der ungeheizten Häuser in diesem nordöstlichen Stadtbezirk.

Nach zwei Tagen mit leicht über null Grad werden für das Wochenende wieder starke Fröste mit teils unter minus 20 Grad in der Nacht erwartet. Klitschko hatte die Einwohner bereits aufgefordert, wenn möglich, Kyjiw zumindest für kurze Zeit zu verlassen.

Wladimir Putin lässt Kyjiw frieren, ein beispielloser Angriff hat die Wärmeversorgung für jeden zweiten Wohnblock unterbrochen. Die Stadt ist nur knapp einer Kältekatastrophe entronnen. Wie die Einwohner das aushalten, lesen Sie hier .

luc/dpa