SpOn 20.01.2026
20:18 Uhr

Überschwemmungen in Mosambik: Zehntausende flüchten vor Flutkatastrophe


Mehr als eine halbe Million Menschen in Mosambik leiden unter verheerenden Überflutungen, Dutzende sind bereits gestorben. Und die Lage könnte noch dramatischer werden: Es wird heftiger Regen erwartet.

Überschwemmungen in Mosambik: Zehntausende flüchten vor Flutkatastrophe

Es regnet seit Ende Dezember: Der ostafrikanische Küstenstaat Mosambik erlebt eine der schwersten Flutkatastrophen seit Jahrzehnten. Heftige Regenfälle haben Überschwemmungen im Süden des Landes ausgelöst, von denen mehr als 600.000 Menschen betroffen sind. Mindestens 50 Menschen sind nach Angaben der Katastrophenbehörde des Landes ums Leben gekommen, wie das Notfallkoordinierungszentrum der Europäischen Kommission mitteilte. Zehntausende sind aus ihren Häusern geflohen.

Und das Schlimmste ist noch nicht überstanden: In den kommenden 24 Stunden würden weitere, teils sehr schwere Regenfälle im Süden des Landes erwartet, hieß es. Betroffen sind vor allem die Provinzen Gaza, Maputo, Inhambane und Sofala. Rund 78.200 Menschen harrten weiter in Notunterkünften aus, Tausende Häuser seien zerstört worden. Gesundheitseinrichtungen und wichtige Infrastruktur seien stark betroffen, sagte die Leiterin des UN-Nothilfebüros OCHA in Mosambik, Paola Emerson.

Kinder in der überschwemmten Hauptstadt Maputo

Kinder in der überschwemmten Hauptstadt Maputo

Foto: Carlos Uqueio / AP

Ihr zufolge leben 90 Prozent der Bevölkerung des Landes in Lehmhäusern, die »nach wenigen Tagen Regen praktisch schmelzen«. In neun Provinzen seien etwa 5000 Kilometer Straßen beschädigt worden. Die Hauptstraße, die die Hauptstadt Maputo mit dem Rest des Landes verbinde, sei unpassierbar.

Stauseen voll, Flüsse treten über die Ufer

Besonders betroffen sind Regionen entlang des Flusses Limpopo: Er ist über die Ufer getreten und hat mehrere Orte überschwemmt. Am Massingir-Staudamm an einem Hauptzufluss des Limpopo seien zum ersten Mal seit 1977 alle 14 Schleusen geöffnet worden, berichteten mosambikanische Medien. Die aus dem Damm abgelassene Wassermenge sei innerhalb weniger Stunden von 10.000 auf 17.000 Kubikmeter pro Sekunde gestiegen. Auch die Stauseen flussaufwärts in den Anrainerstaaten seien voll.

Überflutetes Haus im Boane District

Überflutetes Haus im Boane District

Foto: Amilton Neves / REUTERS

Der Vizepräsident der nationalen Katastrophenbehörde INGD, Gabriel Monteiro, warnte davor, dass das Hochwasser noch schwerer ausfallen könnte als die historische Flutkatastrophe im Jahr 2000, die Hunderte Menschenleben kostete. Die Situation sei diesmal noch schwerwiegender, da zusätzliche Provinzen betroffen wären, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur AIM. Das Land sei mittlerweile aber besser vorbereitet als früher. Mehrere UN-Organisationen und humanitäre Partner leisten Nothilfe für die Betroffenen.

Fluten auch in Simbabwe und Südafrika

Auch Mosambiks Nachbarstaaten Südafrika und Simbabwe erleben nach schweren Regenfällen derzeit Überschwemmungen. In Südafrika sei die Zahl der Todesopfer seit Ende Dezember auf 30 gestiegen, teilte das Notfallkoordinierungszentrum der Europäischen Kommission mit. Am stärksten betroffen seien die Provinzen Limpopo und Mpumalanga im Norden. Der berühmte Kruger-Nationalpark musste zeitweise geschlossen werden. Die Regierung rief am Sonntag den nationalen Katastrophenfall aus.

In Simbabwe wurden demnach 70 Todesfälle gemeldet.

Im Herbst 2024 erschütterte ebenfalls eine schlimme Flutkatastrophe mehrere Länder in Afrika. Ereignisse wie diese erhöhen den Migrationsdruck auch auf Europa, schrieb damals unser Gastautor. Deshalb sollte und könne uns nicht egal sein, was in Afrika passiert. Lesen Sie hier den ganzen Beitrag .

mkh/dpa