SpOn 06.02.2026
02:25 Uhr

Uber muss 8,5 Millionen US-Dollar wegen sexuellen ‌Übergriffs durch Fahrer zahlen


Eine 19-Jährige wird von ihrem Uber-Fahrer vergewaltigt – und haftbar ist das Unternehmen: Zu diesem Schluss kamen Geschworene im US-Staat Arizona. Dem Unternehmen könnte dieses Urteil gewaltige Folgekosten bescheren.

Uber muss 8,5 Millionen US-Dollar wegen sexuellen ‌Übergriffs durch Fahrer zahlen

Ein Geschworenengericht in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona hat den Fahrdienstleister Uber am Donnerstag (Ortszeit) wegen eines sexuellen ‌Übergriffs durch einen Fahrer zu einer Zahlung von 8,5 Millionen Dollar verurteilt.

Eine 19-Jährige hatte angegeben, dass sie in Arizona von dem Uber-Fahrer vergewaltigt worden sei. Sie habe unter Alkoholeinfluss gestanden, zudem habe sich der Alkohol mit ihren Medikamenten nicht vertragen. Bei dem Fall handelte es sich um das erste von mehr als 3000 ähnlichen Verfahren gegen Uber, die vor einem US-Bundesgericht zusammengefasst wurden.

Solche Pilotverfahren dienen dazu, rechtliche Argumentationen zu testen und den Wert von ‌Forderungen für mögliche Vergleiche zu bewerten. Auf Uber könnten gewaltige Kosten zukommen, wenn es vor Gericht weitere Niederlagen setzen sollte. Das Medienunternehmen Bloomberg hat berechnet , dass mehr als 500 Millionen US-Dollar nötig sein könnten, um die vielen Verfahren zu beenden.

Die Geschworenen befanden, der Fahrer sei ein Vertreter ⁠von Uber ‍gewesen, weshalb das Unternehmen für seine Handlungen verantwortlich sei. Sie sprachen der Klägerin 8,5 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu, lehnten jedoch die deutlich höheren Forderungen ​nach Strafschadensersatz ab. Eine Anwältin der Klägerin, Sarah London, ‌sagte nach ⁠der Urteilsverkündung, Uber stelle den Profit über die Sicherheit der Fahrgäste.

Auch die Aktien der Konkurrenz geben nach

Der Fahrdienstleister argumentiert seit Langem, dass er nicht für das kriminelle Verhalten von Fahrern haftbar gemacht werden könne. Die Fahrer ⁠seien unabhängige Auftragnehmer und keine Angestellten. Ein Sprecher von Uber teilte mit, das Unternehmen werde Berufung einlegen. Das Unternehmen ‌sieht sich zudem mit mehr als ‍500 Klagen vor einem kalifornischen Gericht konfrontiert.

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Die Uber-Aktie gab im nachbörslichen ‍Handel nach Bekanntgabe des Urteils um 0,5 Prozent nach. Auch der Uber-Konkurrent Lyft ist mit ähnlichen ‍Klagen konfrontiert. Dessen Aktie gab nach dem Urteil um ⁠ein Prozent nach.

jok/Reuters