SpOn 19.02.2026
19:18 Uhr

USA – Iran: Donald Trump droht Teheran in Atomverhandlungen mit »schlimmen Dingen«


Als Anführer seines selbst ernannten Friedensrats will Donald Trump im Nahen Osten aufräumen. Gespräche mit Iran verlaufen zwar gut, meint Trump, warnt Teheran aber vor einem anderen Weg.

USA – Iran: Donald Trump droht Teheran in Atomverhandlungen mit »schlimmen Dingen«

Donald Trump hat eine Entscheidung in den anhaltenden Spannungen mit Iran angekündigt. In welche Richtung es geht, werde die Welt wahrscheinlich in den nächsten zehn Tagen herausfinden, sagte der US-Präsident bei der ersten Sitzung seines sogenannten Friedensrats. Teheran stehen laut Trump erhebliche Konsequenzen bevor, sollte es sich in den Atomverhandlungen mit den USA nicht auf einen Deal einlassen. Trump warnte vor einem »sehr anderen Weg«.

Washington pocht seit Wochen auf ein Ende der Urananreicherung in Iran, eine Begrenzung des iranischen Raketenprogramms und den Stopp der Unterstützung für verbündete Milizen wie die Hisbollah im Libanon. Die Regierung in Teheran zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert aber die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Eine Begrenzung seines Raketenprogramms schließt das iranische Regime aus.

Mit Blick auf laufende Verhandlungen  sagte Trump, es gebe »gute Gespräche«. Er bekräftigte: »Sie dürfen keine Atomwaffe haben – man kann keinen Frieden im Nahen Osten haben, wenn sie eine Atomwaffe haben.« Zugleich betonte er, dass es nicht einfach sei, einen aus seiner Sicht guten Deal zu machen. Eine Einigung sei aber zwingend notwendig: »Wir müssen einen bedeutenden Deal machen, sonst passieren schlechte Dinge.«

Aufmarsch in Nahost

Was Trump mit schlechten Dingen meinen könnte, lässt sich im Nahen Osten bereits erahnen. Washington verlegte Flugzeugträger und Kampfflugzeuge in die Region. Satellitenbilder zeigen zudem Vorbereitungen auf US-Stützpunkten. Iran hält unterdessen Marinemanöver im Golf von Oman ab, an denen sich am Donnerstag auch eine russische Korvette beteiligte. Der Kreml warnte angesichts des US-Aufmarsches vor einer »beispiellosen Eskalation« und mahnte alle Seiten zur Zurückhaltung.

Wie ernst die Lage eingeschätzt ​wird, zeigt eine Warnung aus Warschau: Polen forderte seine Staatsbürger am Donnerstag ‌auf, Iran umgehend zu verlassen. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, es blieben womöglich nur noch Stunden ‌für eine Evakuierung. Aus dem Auswärtigen ​Amt in Berlin hieß es, man beobachte die Lage »sehr genau«. Auch der Krisenstab befasse sich lageabhängig mit den Entwicklungen in der Region.

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Im Januar ließ Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen. Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit einem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um Iran verstärken. Inzwischen ist die offizielle Position Washingtons, man wolle verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete einen Sturz des Regimes zuletzt aber noch als Sache des Volkes.

Satellitenbilder zeigen: Das Regime baut seine Raketenstellungen wieder auf. Das könnte auch für die USA Folgen haben. Mehr dazu lesen Sie hier .

hba/dpa/Reuters