SpOn 28.11.2025
04:41 Uhr

USA wollen »sehr bald« gegen venezolanische Drogenhändler an Land vorgehen


In der Karibik versenken die USA inzwischen regelmäßig mutmaßliche Drogenboote. Doch laut Donald Trump gehen die Pläne noch weiter: Auch auf venezolanischem Boden sollen bald Ziele beschossen werden.

USA wollen »sehr bald« gegen venezolanische Drogenhändler an Land vorgehen

Die USA wollen ihren Kampf gegen mutmaßliche Drogenhändler aus Venezuela bald auf Einsätze an Land ausweiten. Dies kündigte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag an. »Euch ist wahrscheinlich aufgefallen, dass man nicht mehr auf dem Seeweg liefern will. Und wir werden sehr bald damit beginnen, sie auch an Land zu stoppen«, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in einer virtuellen Schalte mit US-Soldaten.

Seine bemerkenswerte Einschätzung: Der Einsatz an Land sei einfacher, so der US-Präsident. Das venezolanische Kommunikationsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Die Regierung von US-Präsident Trump wirft dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro vor, in den illegalen Drogenhandel verwickelt zu sein, der zum Tod von US-Bürgern geführt haben soll. Maduro bestreitet jegliche Verbindung zum Drogenhandel.

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Bislang konzentrierten sich die US-Streitkräfte in der Region auf Operationen zur Drogenbekämpfung auf See. Seit September haben US-Truppen mindestens 21 Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote in der Karibik und im Pazifik ausgeführt, wobei mindestens 83 Menschen getötet wurden.

Die Aktionen sind rechtlich hochumstritten. Selbst wenn die USA klare Beweise vorlegen würden (was sie nicht tun), dass sich an Bord der Boote Drogen mit Zielland USA befanden: Das erlaubt noch lange nicht die Tötung der Menschen auf den Booten.

In den vergangenen Wochen hatten sich Berichte über eine bevorstehende Aktion gehäuft, nachdem das US-Militär Kräfte in die Karibik verlegt hatten. Darunter befindet sich die USS »Gerald R. Ford«. Der Flugzeugträger mit 90 Kampfjets und Hubschraubern ist das größte Kriegsschiff der USA und wurde Ende Oktober aus dem Mittelmeer in die Karibik beordert (Mehr dazu hier ).

Aktion »Southern Spear« angekündigt

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am 14. November den Militäreinsatz »Southern Spear« (Südlicher Speer) verkündet, der sich gegen »Narko-Terroristen« in Lateinamerika richten soll.

Konkrete Angriffe und Standorte nannte Hegseth, der von der US-Regierung als Kriegsminister bezeichnet wird, nicht. Geleitet wird der Einsatz von einer dafür geschaffenen Taskforce und dem US-Militärkommando Süd (Southcom). Southcom ist für die US-Militäroperationen in 31 Ländern in Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik zuständig.

Auf X kursierte Spott für den Namen der Aktion. Der Grund: Ende Januar hatte die U.S. Navy den Namen bereits für eine andere Operation vergeben  . Eine Userin auf X schrieb deshalb: »Ich bin nicht sicher, ob ihr es vergessen habt oder ob ihr nur nicht kreativ genug für einen neuen Namen seid.«

Entgegen Trumps Behauptung dürfte ein Landeinsatz in Venezuela erhebliche Herausforderungen mit sich bringen. Das Militär des Landes ist durchaus in der Lage, sich zu verteidigen. Auch in Trumps eigener Partei – von einem erheblichen Teil der Wählerschaft ganz zu schweigen – gibt es große Bedenken mit Blick auf die möglichen Aktionen an Land.

jok/Reuters