SpOn 21.11.2025
15:21 Uhr

USA wollen Ukraine offenbar Unterstützung entziehen, wenn sie Abkommen nicht zustimmt


Die USA drängen die Ukraine, dem 28-Punkte-Plan zu einer Verständigung mit Russland zuzustimmen. Insidern zufolge drohen die Amerikaner die Weitergabe von Geheimdienstinformationen und die Lieferung von Waffen an Kyjiw einzustellen.

USA wollen Ukraine offenbar Unterstützung entziehen, wenn sie Abkommen nicht zustimmt

Die US-Regierung setzt die Ukraine offenbar unter Druck, dem 28-Punkte-Plan zu einem Frieden mit Russland zuzustimmen. Dies sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die USA hätten demnach gedroht, den Austausch von Geheimdienstinformationen und Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen, um sie dazu zu bewegen, einem Abkommen zuzustimmen.

Washington hat der Ukraine einen 28-Punkte-Plan vorgelegt, der einige der wichtigsten Forderungen Russlands in diesem Krieg unterstützt, darunter die Abtretung weiterer Gebiete durch Kyjiw, die Verkleinerung des ukrainischen Militärs und das Verbot eines Nato-Beitritts. Die USA wollen demnach, dass die Ukraine bis zum kommenden Donnerstag ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Den Insidern zufolge steht die Regierung in Kyjiw unter größerem Druck aus Washington als bei allen früheren Friedensgesprächen. »Sie wollen den Krieg beenden und wollen, dass die Ukraine den Preis dafür zahlt«, sagte eine der Personen.

Lesen Sie hier alle 28 Punkte, die die USA vorgelegt haben.

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Eine Delegation hochrangiger US-Militärs hatte sich am Donnerstag in Kyjiw mit Präsident Wolodymyr Selenskyj getroffen, um über einen Weg zum Frieden zu beraten. Der US-Botschafter in der Ukraine und der mitreisende Pressechef des Heeres bezeichneten das Treffen anschließend als Erfolg. Washington strebe einen »aggressiven Zeitplan« für die Unterzeichnung eines Dokuments zwischen den USA und der Ukraine an, so die Insider.

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Auch die »Washington Post « berichtete über die Drohungen der US-Regierung und berief sich auf zwei anonyme Beamte. Demnach präsentierte US-Heeresminister Daniel Driscoll dem ukrainischen Präsidenten eine Version des 28-Punkte-Plans, den Präsident Donald Trumps Sondergesandter Steve Witkoff kürzlich gemeinsam mit dem russischen Gesandten Kirill Dmitrijew entworfen hatte. Selenskyj forderte Änderungen an dem Dokument, und Driscolls Team stimmte zu, dass einige Änderungen vorgenommen werden könnten, sagte einer der Beamten. In Kyjiw sei aber weiterhin unklar, welche Punkte angepasst werden könnten.

esk/Reuters