Bodycam-Aufnahmen vom 4. Oktober 2025: ein schwer bewaffneter Trupp der US-Grenzschutzbehörde – unmittelbar vor mehreren Schüssen auf eine Zivilistin:
Agent:
»Sag schon was, Bitch.«
Kurz nach dieser Szene steigt der Fahrer, Charles Exum, aus und schießt fünfmal auf die 31-jährige Marimar Martinez. Sie wird verletzt, aber überlebt. Die Behörde erklärte anschließend, Martinez habe den Grenzschutztrupp bedrängt und in »einen Hinterhalt gelockt«. Der Schütze habe lediglich aus Notwehr gehandelt. Die jetzt veröffentlichten Aufnahmen wecken Zweifel an dieser Darstellung.
Agenten:
»Okay, es ist Zeit, aggressiv zu werden und zu verschwinden, denn sie versuchen, uns einzukesseln.«
Im Video sind Exum und die anderen Agenten kurz vor einer Kollision der beiden Fahrzeuge zu hören:
Agenten:
»Wir stoßen gleich zusammen.«
»Wir sind eingekesselt.«
»Wir müssen hier verdammt noch mal raus.«
»Okay, raus aus dem Auto.«
Kurz vor dem Zusammenprall reißt Exum das Lenkrad scharf nach links. Er steigt bereits mit gezogener Waffe aus und eröffnet unmittelbar danach das Feuer. Eine eindeutige Notwehrsituation lässt sich aus den Aufnahmen nicht ableiten.
Das Heimatschutzministerium gab an, die Kollision sei von Martinez ausgegangen. Das lässt sich durch die Aufnahmen nicht belegen. Martinez hatte die Männer wohl verfolgt, um andere vor ihnen zu warnen. Nach den Schüssen auf sie wurde sie wegen Behinderung eines Bundesbeamten angeklagt. Auch wenn die Klage aufgehoben wurde, wird Martinez von der Behörde online weiter als »inländische Terroristin« bezeichnet.
Marimar Martinez will das Geschehene nicht auf sich beruhen lassen. Bei einer Pressekonferenz gaben ihre Anwälte an, dass sie von einer Lüge seitens der Behörden und des Schützen ausgehen und dagegen juristisch vorgehen wollen. Dabei berufen sie sich auch auf die jetzt veröffentlichten Aufnahmen. Die Bodycam des Schützen soll nicht eingeschaltet gewesen sein. Nachher soll er mit den Schüssen in Chats angegeben haben.
Michael Gallagher, Anwalt:
»Dieser Agent sollte nicht mehr auf den Straßen unterwegs sein. Ich bin der Meinung, dass er strafrechtlich verfolgt werden sollte. (…) Wir werden Schadenersatz in Höhe von mehreren zehn Millionen Dollar fordern, wenn wir vor Gericht gehen.«
Nach Angaben der Grenzschutzbehörde soll Exum zumindest suspendiert worden sein.