SpOn 20.11.2025
22:47 Uhr

USA unter Donald Trump: Einsatz der Nationalgarde in Washington war illegal


Die Entscheidung des US-Präsidenten, die Nationalgarde wegen angeblich ausufernder Kriminalität in die Hauptstadt zu schicken, war von Anfang an umstritten. Nun hat eine Bundesrichterin den Einsatz für nicht rechtens erklärt.

USA unter Donald Trump: Einsatz der Nationalgarde in Washington war illegal

Im Kampf gegen angeblich ausufernde Kriminalität in Washington, D.C., beorderte Präsident Donald Trump im August die Nationalgarde in die US-Hauptstadt – ohne rechtliche Grundlage. Eine Bundesrichterin hat den Einsatz für nicht rechtens erklärt. Die Behörden hätten die Grenzen ihrer gesetzlichen Befugnisse überschritten, schrieb Richterin Jia Cobb.

Die Regierung Trump habe die Einheit der Hauptstadt nicht ohne ausdrückliche Anforderung der lokalen Behörden aktivieren dürfen. Zudem hätte sie Nationalgardisten aus anderen Bundesstaaten zu polizeilichen Zwecken nicht nach Washington beordern dürfen, hieß es in der Verfügung weiter.

Cobb ordnete an, den Einsatz der Nationalgarde zu beenden, setzte ihre Entscheidung jedoch für drei Wochen aus, damit die Trump-Regierung in Berufung gehen kann. Die Anordnung bleibt damit bis zum 11. Dezember außer Kraft.

2300 Nationalgardisten im Einsatz

Die Nationalgarden sind militärische Reserveeinheiten und Teil der US-Streitkräfte. Sie unterstehen im Normalfall der Kontrolle der Bundesstaaten und werden etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notlagen eingesetzt. In bestimmten Situationen kann jedoch auch der US-Präsident das Kommando übernehmen. Für Washington bestehen Sonderregeln.

Trump hatte sie im August nach Washington beordert und ihre Mobilisierung mit einer angeblich ausufernden Kriminalität begründet. Kriminalitätsstatistiken stützen diese Darstellung nicht. Die Stadt ging juristisch gegen den Einsatz vor. Cobb schilderte in ihrer Anordnung, wie Nationalgardisten an Denkmälern, in Metrostationen und in Wohnvierteln der Hauptstadt präsent seien.

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Medienberichten zufolge sind derzeit rund 2300 Nationalgardisten in Washington im Einsatz. Laut Cobb sollen sie bis Ende Februar 2026 in der Stadt bleiben. Die Kosten dafür werden laut dem Sender CNN auf etwa eine Million Dollar (867.100 Euro) pro Tag geschätzt.

Trump ließ auch in anderen Städten Nationalgardisten patrouillieren. Kritiker warnen, er nutze die Truppen als Versuchsfeld für einen zunehmend autoritären Regierungsstil. Wegen der Einsätze laufen mehrere juristische Verfahren.

jah/dpa