Charlotte im Bundesstaat North Carolina ist schon seit Tagen ein Ziel, nun könnten noch weitere Staaten im Süden der USA dazukommen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, haben die US-Grenzbehörden Louisiana und Mississippi als Ziele für ihre Aktionen gegen mutmaßlich illegale Einwanderer ausgemacht.
Die Agentur beruft sich dabei auf interne Dokumente und Personen, die mit den Plänen vertraut sind. Die Operation soll unter dem Namen »Swamp Sweep« laufen, zu Deutsch etwa: Saubermachen im Sumpf. Das soll auf die Sumpfgebiete der Region anspielen. Zugleich weckt es Erinnerungen an einstige Wahlversprechen von US-Präsident Donald Trump, der versprochen hatte, den »Sumpf« Washington trockenzulegen.
Laut AP soll die Aktion Anfang Dezember starten. Bereits am Freitag werden erste Einheiten in der Metropole New Orleans erwartet. Sie sollen auch Ausrüstung und Fahrzeuge mitbringen. AP berichtet, dass von den Agenten rund 5000 Festnahmen in den beiden Bundesstaaten erwartet werden.
Zuletzt hatten die Behörden am Samstag in der Bankenmetropole Charlotte in North Carolina mit Einsätzen begonnen. Einzelheiten, etwa zur Zahl der beteiligten Beamten oder der Festgenommenen, wurden zunächst nicht bekannt.
Vorwürfe gegen Einheiten in Chicago erhoben
Stattdessen machte das US-Heimatschutzministerium, dem die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE unterstellt ist, die örtlichen Behörden für die Razzien verantwortlich: Der Bundesstaat sei fast 1400 sogenannten »Detainers« nicht nachgekommen – also Anfragen von Einwanderungsbeamten, Verdächtige bis zu 48 Stunden über den Zeitpunkt ihrer geplanten Entlassung hinaus festzuhalten, wie das Ministerium mitteilte.
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Präsident Trump setzt auf verstärkte Festnahmen von Einwanderern in von Demokraten geführten Städten . In den vergangenen Monaten gab es bereits größere Aktionen in Chicago, Los Angeles und der Hauptstadt Washington. Seit Trumps Amtsantritt hat ICE die Zahl ihrer Festhalteersuchen deutlich erhöht.
In Chicago werfen Demonstranten und Anwohner den Beamten übermäßige Gewaltanwendung vor. Ein dortiger Bundesrichter verbot den Einwanderungsbeamten daraufhin einige aggressive Taktiken und ordnete das Tragen von Körperkameras an.
