US-Präsident Donald Trump und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum haben sich erstmals persönlich bei der Auslosung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 getroffen, die gemeinsam von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichtet wird. Die Gespräche konzentrierten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AP auf die WM-Vorbereitungen sowie Handelsfragen und Zölle. Das Thema Migration spielte demnach keine zentrale Rolle, obwohl die Grenzsicherung für die USA eine wichtige politische Frage bleibt.
Das persönliche Treffen zwischen Trump und Sheinbaum war zuvor mehrfach verschoben worden. Ein ursprünglich für Juni geplantes Treffen im Rahmen des G7-Gipfels wurde abgesagt, nachdem Trump wegen internationaler Spannungen frühzeitig nach Washington, D.C., zurückgekehrt war.
Trump droht Mexiko mit hohen Zöllen
Die Beziehung zwischen Mexiko und den USA gilt als angespannt. Trump warf dem Nachbarland wiederholt vor, nicht ausreichend gegen den Drogenhandel vorzugehen, insbesondere gegen den Schmuggel von Fentanyl, der in den USA eine Gesundheitskrise ausgelöst hat. Er drohte mehrfach mit der Verhängung hoher Zölle. Die Strafzölle wurden größtenteils ausgesetzt, bleiben aber als Drohkulisse bestehen.
Claudia Sheinbaum ist seit Oktober 2024 Präsidentin und die erste Frau an der Regierungsspitze Mexikos. Sie versucht, den Konflikt mit den USA durch eine verstärkte Zusammenarbeit und die Auslieferung mutmaßlicher Drogenhändler zu entschärfen. Ihren Widerstand gegen Trumps Vorschlag, US-Truppen zur Bekämpfung des Drogenhandels auf mexikanischem Boden einzusetzen, kommentierte der US-Präsident kritisch.
Im Vergleich zu ihrem Vorgänger Andrés Manuel López Obrador, der während Trumps erster Amtszeit weitgehend auf direkte Widersprüche verzichtete, pflegt Sheinbaum einen offeneren Umgang mit dem US-Präsidenten. Auf Trumps Umbenennung des Golfs von Mexiko in »Golf von Amerika« antwortete sie mit dem Gegenvorschlag, den Süden der USA »América Mexicana« zu nennen.
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Das persönliche Treffen zwischen Trump und Sheinbaum gilt als wichtiger Schritt in den bilateralen Beziehungen. Trotz bestehender Differenzen setzen beide Seiten weiterhin auf Dialog und Kooperation in zentralen Bereichen wie Handel, Sicherheit und Migration.
