SpOn 20.01.2026
03:50 Uhr

USA und Kanada schicken Militärflugzeuge nach Grönland


Donald Trump will sich Grönland einverleiben. Inmitten der Spannungen mit Europa schicken die USA Flugzeuge der Air Force auf die Insel. Dies sei schon lange geplant und mit Dänemark abgestimmt, heißt es.

USA und Kanada schicken Militärflugzeuge nach Grönland

Das von den USA und Kanada geführte Nordamerikanische Luftverteidigungskommando (Norad) schickt nach eigenen Angaben im Rahmen lange geplanter Aktivitäten Flugzeuge nach Grönland. Dies sei mit Dänemark abgestimmt und auch die Regierung Grönlands sei informiert, teilte Norad auf der Plattform X mit.

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Ankündigungen wie diese wären nicht weiter bemerkenswert, wäre die Lage zwischen den USA und europäischen Ländern nicht so angespannt, wie sie gerade ist: Die USA erheben Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Grönland – ein Konflikt zwischen Verbündeten, der für beispiellose Verunsicherung innerhalb des westlichen Verteidigungsbündnisses Nato sorgt.

Norad teilte mit, die Flugzeuge würden bald auf dem US-Militärflugplatz Pituffik Space Base in Grönland eintreffen. Bei dem Einsatz handele es sich um langfristig geplante Norad-Aktivitäten, die auf der dauerhaften Verteidigungszusammenarbeit zwischen den USA, Kanada und Dänemark aufbauen.

Norad ist eine gemeinsame Einrichtung der Vereinigten Staaten und Kanadas zur Überwachung des Luft- und Weltraums zum Schutz Nordamerikas. Der Kommandant ist sowohl dem US-Präsidenten als auch dem kanadischen Premierminister unterstellt. Eigenen Angaben zufolge führt Norad immer wieder routinemäßig Einsätze zur Verteidigung Nordamerikas durch.

Vor dem Hintergrund der Drohungen von US-Präsident Donald Trump hatte auf Einladung Dänemarks kürzlich eine Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder in Grönland stattgefunden, an der sich auch die Bundeswehr mit 15 Soldatinnen und Soldaten beteiligte. Trump kündigte am Wochenende an, Deutschland und weitere europäische Länder mit Strafzöllen zu belegen .

Großbritannien übt deutliche Kritik

Die EU signalisierte am Montag Gesprächsbereitschaft – und kündigte zugleich die Vorbereitung von Gegenmaßnahmen an . Brüssel sei bereit, »alles Notwendige zu tun, um die wirtschaftlichen Interessen der EU zu beschützen«, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Die Priorität der EU sei es, ins Gespräch zu kommen und nicht »zu eskalieren«. Sollten die USA die angedrohten Zölle tatsächlich einführen, stünden der EU jedoch verschiedene »Werkzeuge« zur Verfügung.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos treffen zu wollen, um eine Eskalation zu vermeiden. Der britische Premierminister Keir Starmer nannte den Einsatz von Zöllen gegen Verbündete »vollkommen falsch«. Er habe den US-Präsidenten in einem Telefonat aufgefordert, eine Lösung auf Basis von »Partnerschaft, Fakten und gegenseitigem Respekt« zu finden.

hen/dpa/AFP