Hochrangigen Vertretern der iranischen und der US-Regierung zufolge sollen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghchi bereits am Freitag in Istanbul zusammenkommen. An dem Treffen sollen demnach auch Vertreter Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, des Omans und Ägyptens teilnehmen.
Mögliche Forderungen beider Seiten
Hinter den Kulissen werden bereits mögliche Kompromisslinien ausgelotet. US-Präsident Donald Trump stellt Insidern zufolge drei Bedingungen an die Führung in Teheran: ein vollständiges Ende der Urananreicherung, eine Begrenzung des iranischen Raketenprogramms und den Stopp der Unterstützung für verbündete Milizen wie die Hisbollah im Libanon.
Während Teheran diese Forderungen offiziell als Eingriff in die Souveränität des Landes zurückweist, signalisieren Regierungsvertreter Verhandlungsbereitschaft, zumindest im Atomstreit. Man sei bereit, 400 Kilogramm hoch angereichertes Uran (HEU) abzugeben und künftig auf Anreicherung zu verzichten, wenn dies im Rahmen eines Konsortiums geschehe, sagte ein iranischer Beamter. »Der Ball liegt nun bei Trump«, fügte er hinzu. Als Gegenleistung fordert Teheran den Abzug von US-Militär aus der Region.
Spannungen in und um Iran
Die diplomatischen Bemühungen finden vor dem Hintergrund massiver Spannungen statt. Die USA haben ihre Marinepräsenz vor der iranischen Küste verstärkt. Zudem ist die iranische Führung innenpolitisch durch die schwersten Unruhen seit der Revolution von 1979 unter Druck geraten, die im vergangenen Monat gewaltsam niedergeschlagen wurden . Laut Medienberichten könnten dabei bis zu 30.000 Menschen von Sicherheitskräften getötet worden sein.
Außenpolitisch hat Teheran durch israelische Angriffe auf die Hamas, die Hisbollah und die Huthi-Milizen sowie durch den Sturz des engen Verbündeten Baschar al-Assad in Syrien erheblich an Einfluss verloren.
Auch der Status des iranischen Atomprogramms bleibt ein Streitpunkt. Im Juni vergangenen Jahres hatten die USA und Israel iranische Atomanlagen angegriffen . Seitdem erklärt Teheran, die Anreicherung gestoppt zu haben.
Aktuelle Satellitenbilder zeigen jedoch Reparaturarbeiten an Gebäuden in Isfahan und Natans, die bei den Luftangriffen zerstört worden waren. Ein US-Thinktank wies zudem auf neue Tunnelbauten an Anlagen in Isfahan hin, die auf Vorbereitungen für militärische Auseinandersetzungen oder die Verlegung von Anlagen hindeuten könnten.

