SpOn 04.02.2026
08:15 Uhr

USA und Iran: Gespräche am Freitag über Deeskalation


US-Präsident Trump drohte der iranischen Führung mit einem militärischen Eingreifen nach der blutigen Niederschlagung der Massenproteste. Nun ist ein Treffen zwischen Washington und Teheran noch in dieser Woche geplant.

USA und Iran: Gespräche am Freitag über Deeskalation

Die Lage rund um Iran spitze sich zuletzt zu, die US-Marine verlegte Kriegsschiffe ins Arabische Meer. Nun haben sich Washington und Teheran darauf geeinigt, zu einem Gespräch zusammenzukommen.

US-Präsident Donald Trump bestätigte das Treffen. Im Weißen Haus sagte er, es solle im Laufe der Woche stattfinden. Er äußerte sich aber nicht zum Ort. Zuvor signalisierte auch die iranische Führung Gesprächsbereitschaft.

Das islamistische Regime sieht die USA als Erzfeind. Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen zwischen den Staaten. Im vergangenen Juni hatte Trump Angriffe auf Ziele in Iran geflogen. Die Attacken galten den Atomanlagen des Landes.

Nach der blutigen Niederschlagung der Proteste in Iran mit Tausenden Toten  hatte der US-Präsident mit einem Eingreifen gedroht und etwa den Flugzeugträger »Abraham Lincoln« ins Arabische Meer verlegen lassen.

DER SPIEGEL

Die geplanten Gespräche sind nach Medienberichten für Freitag vorgesehen. Der Ort steht offenbar noch nicht fest: »Sowohl die Türkei als auch Oman sowie einige andere Länder der Region haben ihre Bereitschaft zur Ausrichtung der Gespräche erklärt, was für uns sehr wertvoll ist«, teilte das iranische Außenministerium laut der Nachrichtenagentur Tasnim mit. Im Oman hatten bereits im vergangenen Jahr Verhandlungen zwischen Washington und Teheran stattgefunden.

Gespräch zwischen Witkoff und Araghchi

Als Vertreter der USA soll der Sondergesandte Steve Witkoff das Gespräch übernehmen. Er ist auch für Verhandlungen zum russischen Krieg in der Ukraine und zum Israel-Gaza-Krieg im Einsatz.

Auf iranischer Seite wird voraussichtlich Außenminister Abbas Araghchi teilnehmen. Er sei beauftragt worden, »faire« Verhandlungen mit den USA zu führen, erklärte Irans Präsident Masoud Pezeshkian auf der Onlineplattform X. Voraussetzung sei, dass »ein angemessenes Umfeld ohne Drohungen und unzumutbare Forderungen besteht«.

Drohnenvorfall im Arabischen Meer

Wenige Tage vor den geplanten Verhandlungen schossen die USA am Dienstag eine iranische Drohne im Arabischen Meer ab. Sie habe sich auf »aggressive« Weise dem Flugzeugträger »Abraham Lincoln« genähert, teilte ein Militärsprecher mit. Nach Angaben des Weißen Hauses seien die Gespräche »nach derzeitigem Stand weiterhin geplant«.

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Im Kontext des Austausches mit Iran kam der US-Sondergesandte Witkoff mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zusammen. Netanyahu habe dabei Israels Position dargelegt, dass Iran immer wieder bewiesen habe, dass seinen Versprechen nicht zu trauen sei, teilte das Büro des israelischen Regierungschefs mit. Laut israelischen Medienberichten rechnet Israel mit einem Scheitern der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Ob ein erneuter Krieg im Nahen Osten noch zu verhindern ist, erfahren Sie hier .

tin/dpa/Reuters