SpOn 09.02.2026
20:37 Uhr

USA übergeben zwei Nato-Kommandoposten an europäische Staaten


US-Präsident Trump fordert schon lange ein stärkeres Engagement der Europäer in der Nato. Nun werden zwei regionale Kommandos an Italien und Großbritannien übertragen. Und auch die USA erhalten ein neues.

USA übergeben zwei Nato-Kommandoposten an europäische Staaten

Die USA übergeben offenbar zwei wichtige regionale Kommandoposten bei der Nato an europäische Staaten. Washington werde die Leitung des für den Süden zuständigen Nato-Kommandos in Neapel an Italien und die Leitung des für den Norden zuständigen Kommandos in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia an Großbritannien abgeben, wie verschiedene Medien aus Diplomatenkreisen erfuhren.

Die USA werden demnach im Gegenzug das Kommando über die Nato-Seestreitkräfte mit Sitz in Großbritannien übernehmen. Den Berichten zufolge werde die Umsetzung vermutlich mehrere Monate dauern.

Folge von Trumps neuer Verteidigungspolitik

Die Umverteilung der Posten erfolgt vor dem Hintergrund eines von US-Präsident Donald Trump forcierten Wechsels bei der Verteidigungsstrategie: Die USA wollen ihre Truppenpräsenz in Europa möglicherweise senken und sich auf andere Bedrohungen wie China konzentrieren.

Die militärische Supermacht wird jedoch weiterhin eine zentrale Rolle spielen – die wichtigsten Nato-Kommandos in den Bereichen Luft, Land und See liegen weiter bei Washington. Auch der Posten des Oberbefehlshabers der alliierten Streitkräfte in Europa verbleibt bei den USA.

Zuletzt drohte der Konflikt um Grönland wegen Trumps Ansprüchen auf die Arktis-Insel zeitweise, die Nato zu spalten. Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whittaker, betonte jedoch am Montag, dass der US-Präsident das westliche Militärbündnis stärken und nicht etwa »zerstören« wolle, indem er Europa zu mehr Engagement dränge. »Wir versuchen, die Nato zu stärken, nicht sie aufzulösen oder abzulehnen«, sagte Whittaker. Vielmehr bemühe sich Washington, die Nato »so funktionieren zu lassen, wie sie als Bündnis von 32 starken und fähigen Verbündeten gedacht war«.

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Die europäischen Staaten haben angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ihren jeweiligen Verteidigungshaushalt bereits deutlich erhöht. Im vergangenen Jahr verpflichteten sich die Nato-Verbündeten zu Verteidigungsausgaben in Höhe von insgesamt fünf Prozent ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung.

jmm/AFP