SpOn 28.02.2026
22:22 Uhr

USA sanktionieren Kuba: Spritmangel zwingt viele aufs Fahrrad


Der kubanische Außenminister ist zu Papst Leo XIV. in den Vatikan gereist. In Havanna freuen sich derweil Fahrradhändler über einen Boom infolge des Spritmangels. Aber auch sie leiden unter der allgemeinen Mangelwirtschaft.

USA sanktionieren Kuba: Spritmangel zwingt viele aufs Fahrrad

Papst Leo XIV. hat am Samstag Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla in Privataudienz empfangen. Weitere Details zu der Begegnung teilte der Vatikan zunächst nicht mit.

Papst Leo XIV. und Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla

Papst Leo XIV. und Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla

Foto: Vatican Media / Romano Siciliani / KNA

In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass Mike Hammer, Geschäftsträger der US-Botschaft in Kuba, im Vatikan Gespräche geführt hatte. Vor einer Woche empfing Leo XIV. den kubanischen Bischof Silvano Pedroso Montalvo von Guantánamo-Baracoa.

Der gebürtige US-Amerikaner Leo XIV. hatte jüngst angesichts der neuerlichen Kubakrise zum Dialog aufgerufen und eine Erklärung der kubanischen Bischöfe aufgegriffen. Die wiederum hatten vor der Gefahr eines »sozialen Chaos« gewarnt. »Kuba braucht Veränderungen – und diese werden immer dringlicher«, so die Geistlichen. Zugleich erklärten sie sich bereit, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.

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Washington blockiert seit Mitte ‌Dezember Öllieferungen von Venezuela nach Kuba, um ​die kommunistische Führung auf der Insel wirtschaftlich unter ‌Druck zu setzen. Trump hatte auf der Plattform Truth Social erklärt, ‌Kuba habe jahrelang von ​venezolanischem Öl und Geld gelebt und im Gegenzug Unterstützung im Sicherheitsbereich geleistet, dies sei nun jedoch vorbei.

Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium dann angekündigt, die Öl-Sanktionen, die die ohnehin schon katastrophale Versorgungslage auf Kuba weiter verschärft hatten, zu lockern. Demnach dürfen US-Firmen venezolanisches Öl an Kuba weiterverkaufen – allerdings nur an privatwirtschaftliche Unternehmen. Havanna und Washington befinden sich derzeit in Verhandlungen, US-Präsident Donald Trump brachte zuletzt jedoch auch eine »friedliche Übernahme« ins Spiel.

Fahrradwerkstatt in Havanna

Fahrradwerkstatt in Havanna

Foto: Norlys Perez / REUTERS

Angesichts der dramatischen Treibstoffknappheit steigen in Kuba immer ​mehr Menschen auf das Fahrrad um. In der Hauptstadt Havanna werden alte Räder ‌reaktiviert und repariert, da Benzin und Diesel kaum noch verfügbar oder für die meisten Bürger unerschwinglich sind.

Fahrradmechaniker freuen sich über den Ansturm, stoßen jedoch auf ein neues Problem: Wegen ​der allgemeinen Mangelwirtschaft ⁠fehlen oft die nötigen Ersatzteile, um ​die ​alten Räder wieder fahrtüchtig zu machen.

dop/Reuters/KNA