Die USA haben nach eigenen Angaben einen Öltanker vor der Küste Venezuelas unter ihre Kontrolle gebracht. Das teilte US-Präsident Donald Trump mit.
»Wir haben gerade einen großen Tanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt. Es ist der größte, der je beschlagnahmt wurde«, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er deutete an, dass weitere Maßnahmen folgen, nannte aber keine weiteren Details. »Ich werde später mehr dazu sagen«, so Trump.
Bislang 87 Menschen bei Angriffen getötet
Die Aktion geschieht inmitten wachsender Spannungen mit der venezolanischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Seit September greift die US-Armee immer wieder die Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bislang mindestens 87 Menschen getötet. Beweise für eine Verbindung der versenkten Boote zum Drogenschmuggel legten die USA nicht vor.
Experten äußern Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Angriffe. Auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gerät aufgrund von Berichten über mögliche Kriegsverbrechen stark unter Druck. Mehr über die Vorwürfe lesen Sie hier .
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Trotz dieser Vorwürfe will Hegseth die Militäroperationen weiterführen. »Wir haben gerade erst damit begonnen, Drogenboote zu zerstören und Drogenterroristen auf den Grund des Meeres zu schicken«, sagte Hegseth vor wenigen Tagen bei einer Kabinettssitzung.
Die USA werfen insbesondere Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu unterstützen und dadurch die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Maduro hingegen vermutet, dass die US-Regierung einen Sturz seiner Regierung plant.
