SpOn 26.12.2025
06:34 Uhr

USA greifen IS-Stellungen in Nigeria an


Donald Trump spricht von »perfekten Angriffen«: Der US-Präsident meldet tödliche Luftschläge gegen IS-Terroristen im Nordwesten Nigerias. Die Regierung des afrikanischen Landes bestätigt die Attacken.

USA greifen IS-Stellungen in Nigeria an

Die USA haben am Donnerstag (Ortszeit) nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Luftangriffe auf Stellungen der Extremistengruppe »Islamischer Staat« (IS) im Nordwesten Nigerias geflogen.

»Heute Nacht haben die Vereinigten Staaten auf meine Anweisung als Oberbefehlshaber hin einen mächtigen und tödlichen Schlag gegen den IS-Terroristenabschaum im Nordwesten Nigerias ausgeführt«, schrieb Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social. Er begründete den Einsatz mit Angriffen und Entführungen von Christen durch IS-Kämpfer.

Der Militärschlag sei auf Bitten der nigerianischen Behörden erfolgt, teilte das US-Militärkommando für Afrika (Africom) auf der Plattform X mit. Demnach wurden ⁠bei dem Einsatz ‍im Bundesstaat Sokoto mehrere IS-Kämpfer getötet. Ein vom Pentagon veröffentlichtes Video zeigte mindestens ein von einem Kriegsschiff abgeschossenes Projektil. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth dankte der nigerianischen Regierung auf X für ihre Unterstützung und fügte hinzu: »Es wird noch mehr kommen ...«

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Auch die nigerianische Regierung bestätigte den US-Angriff am Freitag. Das nigerianische ‌Außenministerium erklärte, derartige Angriffe ⁠seien Teil einer laufenden Sicherheitskooperation mit den USA. Diese habe zu »Präzisionsschlägen auf terroristische Ziele« im Nordwesten geführt.

In einer Weihnachtsbotschaft rief der nigerianische Präsident Bola Ahmed Tinubu zum Frieden auf und versprach, die Religionsfreiheit zu schützen und »Christen, Muslime und alle Nigerianer vor Gewalt zu bewahren«. Nigeria erklärte sich deshalb bereit, mit den USA ⁠zusammenzuarbeiten, um seine Streitkräfte gegen militante Gruppen zu stärken. Die Bevölkerung des Landes teilt sich in Muslime, die hauptsächlich im Norden leben, und Christen im Süden.

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Dem Angriff ‌gingen Warnungen Trumps seit Ende Oktober voraus, das Christentum ‍sei in Nigeria einer »existenziellen Bedrohung« ausgesetzt. Hintergrund ist auch die sich verschlechternde Sicherheitslage im Norden des Landes, wo bewaffnete Banden häufig Schulen ‍angreifen, um Lösegeld zu erpressen.

Im November waren mehr als 300 Schüler aus einer katholischen Schule entführt worden; kurz vor Weihnachten kamen viele von ihnen frei. Die ‍Regierung in Abuja hatte zuvor betont, dass bewaffnete Gruppen beide Religionsgruppen angreifen. Erst am Mittwoch waren bei einem ⁠Anschlag ​auf eine Moschee in Maiduguri mindestens fünf Menschen getötet worden.

kev/naw/AP/Reuters