Die USA haben eine Streitmacht in der Karibik zusammengezogen, angeblich, um im Kampf gegen den Drogenhandel ein Zeichen zu setzen. So gilt die Aktion der Eindämmung des Fentanyl-Schmuggels aus Venezuela in die USA. Das zumindest war bisher die offizielle Darstellung aus Washington, an der es nicht nur in Caracas erhebliche Zweifel gab.
Jetzt hat US-Heimatschutzministerin Kristi Noem die eigentliche Motivation offen ausgesprochen: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro darf aus Sicht der US-Regierung nicht länger im Amt bleiben. »Wir beschränken uns nicht darauf, diese Schiffe abzufangen, sondern senden auch die Botschaft an die Welt, dass die illegalen Aktivitäten von Maduro nicht tolerierbar sind und er gehen muss«, sagte Noem am Montag dem Sender Fox News.
"We're not just interdicting these ships, but we're also sending a message around the world that the illegal activity that Maduro is participating in cannot stand." | @Sec_Noem pic.twitter.com/LDYNevHIOK
— FOX & Friends (@foxandfriends) December 22, 2025
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Es handelt sich um eine der bisher deutlichsten Forderungen der US-Regierung nach einem Machtwechsel in Venezuela. Noem bezieht sich auf das Abfangen von Öltankern durch die US-Küstenwache.
US-Präsident Donald Trump selbst äußerte sich am Montagabend (Ortszeit) mit einer Drohung in Richtung Caracas: »Wenn Maduro auf hart macht, wird das sein letztes Mal sein.« Zudem erklärte der Republikaner, dass die USA die in den vergangenen Wochen beschlagnahmten Ölmengen aus Venezuela »behalten oder verkaufen« werde. Damit könnten, so Trump, zum Beispiel die strategischen Ölreserven der USA aufgefüllt werden. (Lesen Sie hier , auf welche Bodenschätze es Trump in Venezuela abgesehen hat.)
Mitte Dezember hatte das Weiße Haus eine Blockade von sanktionierten Öltankern angekündigt, die das Land ansteuern oder verlassen. Zuletzt beschlagnahmten die USA binnen zwei Wochen zwei Öltanker. Am Sonntag verlautete aus US-Regierungskreisen, dass ein dritter Tanker verfolgt wurde.
Trump beschuldigt den linksnationalistischen venezolanischen Präsidenten Maduro, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Er wirft ihm vor, die berüchtigte Drogenbande Cartel de los Soles (Kartell der Sonnen) anzuführen, die Washington offiziell als ausländische Terrororganisation eingestuft hat. Im August verdoppelten die USA die Belohnung für die Festnahme Maduros auf 50 Millionen Dollar (rund 42 Millionen Euro).
Uno-Sicherheitsrat will zur Krise beraten
Die USA stationierten zudem Kriegsschiffe in der Karibik, darunter den größten Flugzeugträger der Welt. Bei den Angriffen auf angebliche Schiffe von Drogenschmugglern wurden bisher mindestens 104 Menschen getötet. Beweise, dass es sich tatsächlich um Drogenschmuggler handelte, wurden nicht vorgelegt. Nach Angaben von Angehörigen und Regierungen waren Fischer unter den Getöteten.
Maduro vermutet hinter dem Vorgehen der USA Pläne zu seinem Sturz. Die Trump-Regierung beharrte bisher darauf, durch die Angriffe den Drogenhandel eindämmen zu wollen. Die Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, erklärte gegenüber dem Magazin »Vanity Fair« jedoch, dass die Angriffe darauf abzielten, Druck auf Venezuela auszuüben (mehr dazu hier). Trump wolle »Boote sprengen, bis Maduro kapituliert«, sagte sie.
Die jüngsten Aussagen von Ministerin Noem weisen ebenfalls deutlich auf einen angestrebten Sturz der Maduro-Regierung hin. (Lesen Sie hier , wie Trump in der Karibik den nächsten Krieg vom Zaun brechen könnte.)
Am Dienstag berät der Uno-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung über die Spannungen zwischen den USA und Venezuela. Die Regierung in Caracas hatte die Sitzung mit Unterstützung Russlands und Chinas gefordert.
