SpOn 11.01.2026
10:22 Uhr

USA fliegen erneut Angriffe auf Ziele in Syrien - Waffenstillstand in Aleppo


»Hawkeye Strike«: So heißt ein aktueller Einsatz der US-Armee, bei dem erneut mehrere Orte in Syrien attackiert wurden. Es war ein Vergeltungsschlag gegen den IS. Derweil gibt es aus dem umkämpften Aleppo gute Nachrichten.

USA fliegen erneut Angriffe auf Ziele in Syrien - Waffenstillstand in Aleppo

Die USA und verbündete Streitkräfte, darunter die von Jordanien, haben in der Nacht erneut »groß angelegte« Angriffe gegen die Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) geflogen. »Die heutigen Angriffe richteten sich gegen den IS in ganz Syrien« und seien Teil des Einsatzes »Hawkeye Strike«, teilte das US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mit. Im Dezember waren drei US-Bürger in der Stadt Palmyra, einer früheren IS-Hochburg, getötet worden.

Der »Hawkeye«-Einsatz sei eine »direkte Reaktion« auf den »tödlichen IS-Angriff« im Dezember, erklärte Centcom. Nähere Angaben zu dem Ort des Einsatzes wurden zunächst nicht gemacht. In einem der Centcom-Erklärung hinzugefügten undeutlichen Video war die Luftaufnahme mehrerer separater Explosionen zu sehen, die sich offenbar in ländlichen Gegenden ereigneten. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb bei X: »Wir werden niemals vergessen und niemals nachgeben.«

Von Centcom veröffentlichte Aufnahme

Von Centcom veröffentlichte Aufnahme

Foto: US Central Command (CENTCOM) / AFP

Am 13. Dezember waren die beiden US-Soldaten und ihr Übersetzer, ein Zivilist mit US-Staatsbürgerschaft, bei einem Angriff eines mutmaßlichen IS-Mitglieds in der Oasenstadt Palmyra getötet worden. Daraufhin griff die US-Armee im Dezember gemeinsam mit ihrem Verbündeten Jordanien Dutzende Ziele der Dschihadistenmiliz in Syrien an.

Offenbar Waffenstillstand in Aleppo

Die Sicherheitslage im Land ist derzeit generell sehr instabil. So bekämpften sich zuletzt syrische Regierungstruppen und kurdische Kämpfer tagelang in der Millionenstadt Aleppo. Nun haben sich beide Seiten Berichten zufolge auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die letzten Kämpfer der kurdisch dominierten Miliz SDF (Syrian Defence Forces) hätten die Stadt verlassen, meldete der arabische Sender Al Jazeera unter Berufung auf Vertreter der Stadt. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, die letzten SDF-Kämpfer hätten in der Nacht den kurdisch geprägten Stadtteil Scheich Maksud mit Bussen in Richtung Nordosten des Landes verlassen.

Syrische Sicherheitskräfte eskortieren einen Bus in Aleppo

Syrische Sicherheitskräfte eskortieren einen Bus in Aleppo

Foto: Bakr Alkasem / AFP

Bereits in der Nacht zum Freitag war es für einige Stunden zu einer Waffenruhe gekommen. Diese sollte nach Angaben der Regierung zu einem freiwilligen Abzug der kurdischen Kämpfer aus der Millionenstadt dienen. Die kurdische Seite weigerte sich jedoch, woraufhin die Gefechte erneut ausbrachen. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden Dutzende Menschen getötet. Laut Al Jazeera flohen mehr als 160.000 Menschen vor den Kämpfen in Scheich Maksud und einem weiteren Stadtteil.

Nun habe man durch internationale Vermittlung eine Einigung über einen Waffenstillstand und die sichere Evakuierung von Zivilisten und Kämpfern erzielt, zitierte Al Jazeera den Post eines SDF-Kommandeurs auf X. Die Armeeführung hatte laut Sana die kurdischen Kämpfer zuvor aufgefordert, sich zu ergeben, wenn sie am Leben bleiben wollten. Die Kämpfe in Aleppo galten als die schwersten seit dem Sturz des syrischen Langzeitmachthabers Baschar al-Assad vor gut einem Jahr.

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Große Teile im Nordosten Syriens werden noch immer von den SDF kontrolliert. Diese hatten eine führende Rolle beim Kampf gegen den IS gespielt und waren dabei ein enger Verbündeter der USA. In Aleppo beschränkt sich der Einfluss kurdischer Milizen auf die Stadtviertel, die von der Minderheit geprägt sind. Syriens Regierung will das aber nicht länger dulden.

mkh/AFP/dpa