Heftige Schneefälle, Eisregen und extreme Minustemperaturen: Mehr als 160 Millionen Menschen in den USA sind in Alarmbereitschaft wegen des drohenden Wintersturms »Fern«. In mindestens 16 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington wurde der Notstand ausgerufen, um Ressourcen und Einsatzkräfte zu mobilisieren. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem warnte auf der Plattform X vor einem »historischen Wintersturm«. Insgesamt gelten Unwetterwarnungen für ein Gebiet, das von den Rocky Mountains bis zur Ostküste reicht.
Over 144 million people are now under Winter Storm Warnings. This high-impact winter storm is forecast to bring widespread heavy snow and catastrophic ice accumulations from the southern Plains/Rockies to New England through the weekend. Please follow advice from local officials. pic.twitter.com/162zoDgT8C
— NWS Weather Prediction Center (@NWSWPC) January 24, 2026
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Der Nationale Wetterdienst (NWS) sagte für das Wochenende verbreitet starken Schneefall, Schneeregen und gefrierenden Regen in weiten Teilen der USA voraus. Die akute Unwetterlage soll bis mindestens Montag anhalten, gefolgt von einer Frostperiode und »katastrophalen Eismassen«.
»Dies ist ein gemeiner Sturm«, sagte Jacob Asherman vom US-Wettervorhersagezentrum (WPC) mit Blick auf die Intensität des Unwetters. In den nördlichen Bundesstaaten Minnesota und den Dakotas sanken die gefühlten Temperaturen bereits auf lebensbedrohliche minus 45 Grad Celsius. Solche Temperaturen können innerhalb weniger Minuten Erfrierungen, also ernsthafte Hautverletzungen, verursachen.
Ein Schneepflug in Oklahoma City, Oklahoma
Foto: Nick Oxford / REUTERSIn Texas weckt die Prognose Erinnerungen an den Eissturm von 2021, bei dem das Stromnetz zusammenbrach und Millionen Menschen tagelang ohne Strom ausharrten. Die dortigen Behörden versicherten, dass das Stromnetz in einem besseren Zustand sei als vor fünf Jahren.
Behörden erwarten massive Verkehrsbeeinträchtigungen und Stromausfälle durch extrem niedrige Temperaturen sowie starke Windböen. Schnee soll selbst in südlichen Bundesstaaten wie Texas und Louisiana fallen.
Die Auswirkungen des Sturms könnten nach Behördenangaben noch eine Woche andauern, insbesondere im Norden der Great Plains im Zentrum und in der Region Upper Midwest im Nordosten der USA. »Die kommenden zehn Wintertage werden in den Vereinigten Staaten die schlimmsten seit 40 Jahren sein«, warnte der Meteorologe Ryan Maue auf X .
Tausende Flüge gestrichen
Der Sturm beeinträchtigt vor allem den Luftverkehr in den USA, da Eis, Schnee und starke Winde über wichtige Drehkreuze und Regionalflughäfen im Süden, Osten und Zentrum des Landes hinwegfegen. Nach Angaben der Website »Flightaware« wurden in den USA für das Wochenende bereits mehr als 7000 internationale Flüge und Inlandsflüge gestrichen, darunter viele von und nach Texas. Am Großflughafen Dallas-Fort Worth wurden Daten der Analysefirma Cirium zufolge für Samstag bereits rund zwei Drittel aller geplanten Abflüge gestrichen.
Fluggesellschaften wie Delta Air Lines riefen Passagiere zudem dazu auf, ihre Reisepläne zu ändern. Delta warnte vor allem in Ohio und Tennessee vor Ausfällen. Air India strich für Sonntag und Montag alle Flüge von und nach New York sowie Newark. American Airlines setzte dagegen kurzfristig zusätzliche Kapazitäten ein, um Reisende noch vor Eintreffen der Sturmfront aus dem Drehkreuz Dallas zu bringen.
Unwetterwarnung im US-Bundesstaat Georgia
Foto: Erik S. Lesser / EPAAuch auf den Straßen droht Chaos: Für Teile des Südens, darunter Louisiana und Mississippi, sagten die Experten »katastrophale« Eisansammlungen voraus, die Straßen unpassierbar machen und Stromleitungen kappen könnten.
Leere Supermärkte und Wärmestuben für Wohnungslose
In vielen Städten wurden Wärmestuben für Wohnungslose geöffnet. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die sich für den Wintersturm eindecken wollten. In Washington waren in mehreren Supermärkten am Freitag die Regale leer gekauft.
New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani
Foto: Derek French / SOPA Images / IMAGODer erst vor wenigen Wochen ins Amt eingeführte New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani kündigte an, die städtische Müllabfuhr in den »größten Schneeräum-Einsatz der Nation« umzuwandeln, um der erwarteten Schneemassen Herr zu werden. Er nannte Onlineunterricht als eine Option während des Kälteeinbruchs, ordnete anders als andere Stadtverwaltungen aber keine Schulschließungen an.
