SpOn 13.01.2026
07:03 Uhr

USA: Vier tote Migranten in ICE-Haft binnen weniger Tage


Die US-Einwanderungsbehörde ICE hält etwa 69.000 Menschen in Gewahrsam. In diesem Januar sind bereits vier Männer in Haftlagern gestorben. Im vergangenen Jahr erreichten die Todesfälle eine Rekordzahl.

USA: Vier tote Migranten in ICE-Haft binnen weniger Tage

Mit Härte setzen die US-Einwanderungsbehörden die verschärfte Migrationspolitik der USA um. Nun gab die Einwanderungsbehörde ICE Einblicke in die Zahl der Todesfälle in Haftlagern. Demnach sind in den ersten zehn Tagen des Jahres 2026 vier Migranten ‌im Gewahrsam der Einwanderungsbehörden gestorben.

Wie ICE am Montag mitteilte, ereigneten sich die Todesfälle zwischen dem 3. und 9. Januar. Bei den Verstorbenen handelt es sich um zwei Männer aus Honduras sowie je einen aus Kuba und Kambodscha. Die Todesfälle folgen auf eine Rekordzahl von 30 Toten ‌im Gewahrsam der Behörde im Vorjahr, was der höchste Stand seit zwei Jahrzehnten ⁠war.

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Die ‍Regierung von US-Präsident Donald Trump strebt eine Verschärfung der Abschiebungen an und hat die Zahl der inhaftierten Migranten erhöht. Nach ICE-Statistiken vom ​7. Januar hielt die Behörde 69.000 Menschen fest. ‌Die Menschenrechtsorganisation Detention ⁠Watch Network nannte die hohe Zahl der Todesfälle wirklich erschütternd und forderte die Schließung der Haftanstalten. Eine Stellungnahme des Heimatschutzministeriums und der ICE lag zunächst nicht vor.

Klagen gegen Trump-Regierung

Den Angaben der ⁠Behörde zufolge starb ein 55-jähriger Kubaner am 3. Januar in einem Haftlager in Texas, nachdem er in Isolationshaft genommen ‌worden war. Zwei Männer ‍aus Honduras im Alter von 42 und 68 Jahren starben am 5. ‍und 6. Januar in Krankenhäusern infolge von Herzproblemen. Ein 46-jähriger Mann aus Kambodscha starb am 9. Januar ‍in einer Haftanstalt in Philadelphia an den Folgen ⁠eines schweren ​Drogenentzugs.

ICE steht wegen seines harten Vorgehens in der Kritik. In der vergangenen Woche wurde in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota eine 37-Jährige erschossen. Der Tod von Renee Good hatte landesweite Proteste ausgelöst.

Vertreter der US-Regierung warfen Good vor, sie habe versucht, den Beamten zu überfahren. Videos zeigen jedoch, dass die Frau den Wagen von dem Beamten weglenkt , als dieser schießt. Die Behörden in Minnesota leiteten Ermittlungen zu dem Vorfall ein. Zudem hat der Bundesstaat wegen des harten Vorgehens der US-Einwanderungspolizei gegen Migranten Klage gegen die Regierung von US-Präsident Trump eingereicht.

Der ebenfalls von den Demokraten regierte US-Bundesstaat Illinois, der auch in den Fokus des migrationsfeindlichen Kurses Trumps geraten ist, reichte am Montag eine ähnliche Klage gegen die US-Regierung ein.

asc/Reuters