Im US-Bundesstaat Kalifornien sind vier Menschen gestorben, nachdem sie Grüne Knollenblätterpilze gegessen hatten. Damit steigt die Zahl der Vergiftungen durch den Pilz auf fast 40 seit Mitte November. Die Betroffenen waren laut der Nachrichtenagentur AP zwischen 19 Monaten und 67 Jahren alt. Viele von ihnen erlitten Leberschäden, drei benötigten eine Lebertransplantation.
Der Grüne Knollenblätterpilz ist einer der weltweit giftigsten Pilze. Mit seinem bräunlich-weißen oder grünen Hut ist er leicht zu verwechseln mit essbaren Exemplaren. Schon der Verzehr kleiner Mengen kann tödlich enden. In diesem Jahr ist der Pilz in Kalifornien besonders weitverbreitet, hohe Temperaturen und frühe Regenfälle lassen ihn gedeihen. Üblich seien zwei bis fünf Vergiftungen pro Jahr, sagte der Mediziner Craig Smollin von der University of California, San Francisco.
Die ersten Symptome sind oft Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Bleiben sie unbehandelt, kann sich der Zustand schnell verschlechtern. Unter den Betroffenen sind laut AP viele Menschen, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Doch auch andere sind gefährdet. »Wenn man kein Experte ist, der sich mit Pilzen auskennt, kann es sehr schwierig sein, das zu erkennen«, so Smollin.
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Die Behörden raten dazu, in betroffenen Gebieten möglichst keine Pilze mehr zu sammeln, aufmerksamer zu sein und ein Auge auf Kinder zu haben. Kaufen sollte man Pilze demnach nur in Supermärkten oder bei seriösen Händlern.
Stefan Fischer kennt sich aus mit Pilzvergiftungen. Im Interview erklärt er, woran man Grüne Knollenblätterpilze erkennt und warum man die Finger von Sammler-Apps lassen sollte. Mehr lesen Sie hier .
