Im Dezember sind vier Häftlinge aus Haiti, Nicaragua, Eritrea und Bulgarien in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE gestorben. Die Todesfälle ereigneten sich zwischen dem 12. und 15. Dezember, wie aus Mitteilungen der Behörde hervorgeht.
Während die Vorfälle noch untersucht werden, teilte ICE mit, dass zwei Todesfälle auf medizinische Notfälle zurückzuführen seien und zwei vermutlich natürliche Ursachen hätten.
Insgesamt sind in diesem Jahr bislang 30 Menschen nach Angaben der Behörde in ICE-Haft gestorben. Die Gesamtzahl für 2025 ist laut der Statistik bereits zum aktuellen Zeitpunkt die höchste seit 2004. Damals gab es 32 Todesfälle.
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US-Präsident Donald Trump treibt Massenabschiebung von Einwanderern, denen vorgeworfen wird, sich illegal in den Vereinigten Staaten aufzuhalten, voran. Ende November waren etwa 66.000 Menschen von ICE inhaftiert.
»ICE setzt sich weiterhin dafür ein, dass alle Personen in ihrer Obhut in einer sicheren und menschenwürdigen Umgebung untergebracht sind«, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme, in der sie einen der jüngsten Todesfälle bekannt gab.
Kritik von Demokraten und Bürgerrechtlern
Die Demokraten kritisierten die vier Toten in Haft und gaben der Trump-Regierung die Schuld dafür. »ICE hat die Verantwortung, sich um diese Menschen zu kümmern, was eindeutig missachtet wurde«, sagte Pramila Jayapal, Abgeordnete im Repräsentantenhaus. »Das ist mehr als erschreckend.«
Auch Bürgerrechtler äußerten sich besorgt. »Vier Todesfälle unter Häftlingen innerhalb einer Woche sind eine akute Krise«, sagte Eunice Cho von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union der »Washington Post« . Für sie stehe außer Frage, dass dies eine deutliche Verschlechterung der medizinischen Versorgung und der Haftbedingungen bei der ICE darstelle.
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