SpOn 16.12.2025
16:39 Uhr

USA: Verdopplung der Bewerbungen auf viele Stipendien in Deutschland


Immer mehr Forscher und Studierende aus den USA wollen nach Deutschland. Der Grund dürfte Präsident Trumps Angriff auf die US-Universitäten sein. Der DAAD sieht diese Entwicklung mit Sorge.

USA: Verdopplung der Bewerbungen auf viele Stipendien in Deutschland

Die Zahl der Bewerbungen aus den USA auf Forschungs- und Studienstipendien in Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) deutlich gestiegen. Sie hätten sich in diesem Jahr bei klassischen DAAD-Programmen »mehr als verdoppelt«, sagte Präsident Joybrato Mukherjee den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Dienstag. Hintergrund ist demnach die Politik von US-Präsident Donald Trump.

Seit seinem Amtsantritt im Januar hatte Trump Milliarden Dollar an Fördermitteln gekürzt, die akademische Freiheit der Universitäten beschnitten und massenhaft Wissenschaftler in Bundesbehörden feuern lassen.

Anfang Oktober bot seine Regierung US-Hochschulen einen bevorzugten Zugang zu Bundesmitteln an, wenn sie darauf verzichten, bei der Zulassung von Studierenden Kriterien wie deren Geschlecht und Ethnie zu berücksichtigen, und zudem ein freundliches akademisches Umfeld für »konservative Ideen« schaffen.

Deutschland als Ausweichoption

»Wir haben ganz konkrete Anfragen von weltweit führenden Forschenden aus den USA, die sich fragen, ob sie ihre Arbeit in den USA fortsetzen können«, sagte DAAD-Präsident Mukherjee. Deutschland müsse Optionen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anbieten, die nicht in den USA bleiben wollen oder nicht dorthin wechseln wollten.

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»Wir werben, wie mit dem 1000-Köpfe-Plus-Programm, für den Wissenschaftsstandort Deutschland, aber wir werben nicht ab«, sagte Mukherjee. Er betonte, dass der Forschungsstandort USA nicht ersetzbar sei, und warnte: »Die Schwächung des US-Wissenschaftssystems wäre eine Schwächung für uns alle.«

lhi/AFP