Bisher konnte der frühere Sonderermittler Jack Smith nicht viel zu seinen Ermittlungen gegen Donald Trump sagen. Das soll sich nun ändern. Der Jurist bekommt die Chance, seine einstige Anklage gegen den heutigen US-Präsidenten wegen Wahlbetrugs öffentlich zu verteidigen. Er soll sich am 22. Januar Fragen von Abgeordneten im Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses stellen, wie dessen Vorsitzender Jim Jordan ankündigte.
Smith hatte gegen Trump ermittelt, als Joe Biden Präsident war. Es ging um versuchten Wahlbetrug und Verschwörung im Zusammenhang mit dem Sturm seiner Anhänger auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021.
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Es handelte sich um die schwerwiegendsten Vorwürfe gegen Trump. Im Falle einer Verurteilung hätte eine jahrzehntelange Haftstrafe gedroht. Smith überarbeitete die Anklage im Sommer 2024, nachdem das Oberste Gericht US-Präsidenten weitreichende Immunität für Amtshandlungen bescheinigt hatte. Nach Trumps Wiederwahl 2024 wurde die Anklage fallengelassen . Trump und seine Verbündeten bei den Republikanern hatten die Ermittlungen als politische Verfolgung abgetan.
Wenige Tage vor der Amtseinführung von Trump gab Smith sein Amt ab. Er kam damit einer Ankündigung des Politikers zuvor, Smith im Falle eines Wahlsiegs »binnen zwei Sekunden« zu entlassen.
Kritische Fragen der Republikaner zu erwarten
In einem früheren Bericht hatte sich Smith überzeugt gezeigt, dass Trump nur durch dessen Wiederwahl eine Verurteilung wegen Wahlbetrugs nach der Präsidentenwahl 2020 erspart geblieben sei. Im Dezember konnte Smith sich zudem bereits hinter verschlossenen Türen äußern. In einer mehrstündigen Anhörung vor dem Justizausschuss verteidigte er damals seine Untersuchung. Berichten zufolge hatte der frühere Sonderermittler zudem darauf gedrängt, sich auch öffentlich äußern zu dürfen. Die Gelegenheit dazu wird ihm nun gewährt.
Solche Anhörungen verlaufen oft auf Parteilinie. Smith muss sich entsprechend darauf einstellen, von Trumps Republikanern kritisch hinterfragt zu werden, während ihm Abgeordnete der Demokraten Raum für Erklärungen zu seinen Ermittlungen geben dürften.
