Der bei einem Angriff in Washington verletzte Nationalgardist hat ein erstes Lebenszeichen von sich gegeben. Der Soldat habe auf Ansprache einen Daumen nach oben gezeigt und mit den Zehen gewackelt, sagte der Gouverneur von West Virginia, Patrick Morrisey, am Montag. Der Mann schwebe jedoch weiter in Lebensgefahr. »Er kämpft immer noch um sein Leben«, fügte Morrisey hinzu.
Bei dem Angriff in der vergangenen Woche war eine Soldatin getötet worden, wie die Behörden mitgeteilt hatten. Der mutmaßliche Schütze wurde bei der Tat ebenfalls verletzt und festgenommen. Dem 29-jährigen Rahmanullah L. wird unter anderem Mord vorgeworfen.
Der Mann war 2021 als ehemaliger Helfer der US-Armee (eine sogenannte Ortskraft) aus Afghanistan in die USA gekommen und hatte unter der Regierung von Präsident Donald Trump Asyl erhalten.
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In seinem Fall gab es offenbar eine Besonderheit. Der Verdächtige gehörte laut Ermittlern zu einer paramilitärischen Spezialeinheit der Afghanen: Die mehrere Tausend Mann starken »zero units« genannten Truppen wurden während des Kriegs gegen die Taliban von der CIA für Geheimmissionen trainiert, wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet hat (mehr Infos zu dem mutmaßlichen Täter finden Sie hier ).
Nach Einschätzung von Heimatschutzministerin Kristi Noem hat sich der Mann wahrscheinlich erst nach seiner Einreise in die USA radikalisiert. »Wir gehen davon aus, dass er sich radikalisiert hat, seit er hier im Land ist«, sagte sie im Sender NBC.
Trump sperrt Menschen aus 19 Ländern aus
Vor der Bekanntgabe des Todes der Nationalgardistin am Donnerstag (Ortszeit) hatte US-Justizministerin Pam Bondi erklärt, sie plane, die Höchststrafe für den mutmaßlichen Täter zu fordern, sollte eines der Opfer sterben. In diesem Fall würde sie alles in ihrer Macht Stehende tun, »um die Todesstrafe für dieses Monster zu fordern, das niemals in unserem Land hätte sein dürfen«, sagte sie Fox News.
Präsident Trump kündigte als Reaktion auf die Tat an, die Einwanderung aus bestimmten Ländern zu stoppen und keine Visa mehr für afghanische Staatsbürger zu bearbeiten. Auf Nachfrage der US-Fernsehsender CNN und NBC zu den betroffenen Ländern verwies die US-Einwanderungsbehörde USCIS auf 19 im Juni von US-Präsident Donald Trump in einem Dekret aufgelistete Staaten.
Auf der Liste stehen neben Afghanistan auch Äquatorialguinea, Burundi, Eritrea, Haiti, Iran, der Jemen, Kuba, Laos, Libyen, Myanmar, die Republik Kongo, Sierra Leone, Somalia, der Sudan, Togo, Tschad, Turkmenistan und Venezuela.
