Claus Hecking, SPIEGEL
»Snowmageddon, also so was wie Schneekatastrophe. So nennen amerikanische Medien diesen Wintersturm, der hier in weiten Teilen der USA tobt, mit Schneemengen, wie man sie seit vier Jahren nicht mehr gesehen hat. Wie kommt das zustande? Zwei außergewöhnliche Wetterphänomene: Zum einen ein Gebiet mit sehr kalter Luft, was normalerweise in der Arktis bleibt, das ist hier runtergezogen, der arktische Polarwirbel. Zum anderen, und das ist ein sehr feuchtes Gebiet, was am Golf von Mexiko hochkommt. Und feuchte Luft und sehr kalte Luft zusammen ergibt Schnee. Es ist eine außergewöhnliche Situation und einige Menschen hier sind auch sehr aufgeregt. Die hamstern dann sogar. In meinem Supermarkt beispielsweise, da waren gestern die Fleischregale leergeräumt, die Eierregale, die Milchregale und sogar Pasta. Einige Leute haben sich hier wirklich sehr vorbereitet. Wir haben natürlich auch ein bisschen was gekauft, nur für den Fall der Fälle, dass es beispielsweise hier zu einem Stromausfall kommt. Richtig losgegangen ist es im Süden der USA: Texas, Tennessee, Mississippi. Da hat es auch teilweise einiges an Stromausfällen gegeben. Es sind hunderttausende Menschen ohne Strom, weil sich dieses Eis, dieser sehr nasse Schnee legt sich dann um die Leitung. 3000 Schneefahrzeuge sollen hier eingesetzt werden, die den Schnee wegräumen sollen und Unmengen von Salz hier verstreuen werden. Weil das Allerwichtigste hier ist, dass die Straßen freigeräumt sind, dass der Verkehr frei fließen kann. Es gibt hier fast nur Autoverkehr. Die einen sprechen dann von Snowmageddon und die anderen sprechen von Winter Wonderland.«