SpOn 31.01.2026
21:31 Uhr

USA: Richter ordnet Freilassung von Liam Ramos und seinem Vater an


Kommt der fünfjährige Liam bald frei? Der Junge sitzt mit seinem Vater in einer Haftanstalt in Texas, nachdem ICE-Beamten die beiden abgeführt hatten. Nun greift ein Richter ein.

USA: Richter ordnet Freilassung von Liam Ramos und seinem Vater an

Ein US-Richter hat die Freilassung des fünfjährigen Liam Conejo Ramos und seines Vaters Adrian Conejo Arias aus einem texanischen Haftzentrum angeordnet. Dorthin waren die beiden nach ihrer Festnahme durch ICE-Beamte in einem Vorort von Minneapolis gebracht worden. Der Fall hatte international für Empörung gesorgt.

Der vom ehemaligen demokratischen Präsidenten Bill Clinton ernannte US-Bezirksrichter Fred Biery erklärte in seiner Entscheidung: »Der Fall hat seinen Ursprung in der schlecht durchdachten und inkompetent umgesetzten Verfolgung täglicher Abschiebungsquoten durch die Regierung, offenbar selbst wenn dies die Traumatisierung von Kindern erfordert.«

Der demokratische Abgeordnete Joaquin Castro, der das Kind und seinen Vater in der Haftanstalt besucht hatte, hatte zuvor gesagt, der Junge sei »sehr deprimiert«. Liams Vater erzählte laut Castro, sein Sohn habe kaum etwas gegessen, viel geschlafen und nach seiner Mutter und seinen Klassenkameraden gefragt, berichtete der Kongressabgeordnete.

Bereits vor Tagen hatte ein Gericht entschieden, dass Liam Conejo Ramos und sein Vater Adrian Alexander Conejo Arias bis zum Abschluss des laufenden Verfahrens weder abgeschoben noch verlegt werden dürfen.

Ein Foto von der Festnahme von Liam Conejo Ramos mit Spiderman-Rucksack und Hasenohrenmütze durch ICE-Agenten in Minneapolis war um die Welt gegangen.

Wie es zur Festnahme des Fünfjährigen und seines Vaters kam, ist umstritten. Nach Angaben von Nachbarn und Schulmitarbeitern sollen Bundesbeamte den Vorschüler als »Köder« benutzt haben: Er habe an der Haustür klopfen sollen, damit die Mutter öffnet. Das US-Heimatschutzministerium weist diese Darstellung zurück. Demnach sei der Vater zu Fuß geflohen und habe den Jungen in einem laufenden Fahrzeug in der Einfahrt zurückgelassen. In einer Stellungnahme bekräftigte das Ministerium zudem, dass das Kind nicht gezielt festgenommen worden sei.

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Bundesbehörden erklärten, der Vater des Jungen sei ohne legalen Status in den USA, nannten jedoch keine weiteren Details. Donald Trumps Vizestabschef Stephen Miller sagte, der Mann sei im Dezember 2024 eingereist. Die Anwältin der Familie hält dagegen: Es gebe einen anhängigen Asylantrag, der den Aufenthalt erlaube. Offen ist zudem der Einwanderungsstatus des Kindes. Sollte Liam nicht legal in den USA sein, könnte er – je nach Konstellation – gemeinsam mit einem oder beiden Elternteilen abgeschoben werden.

sei/AP