Nach Venezuela richtet US-Präsident Donald Trump seinen Blick gen Grönland. Doch die Allmachtsfantasien finden auch im eigenen Lager Kritiker. Mehrere republikanische Parteifreunde Trumps haben sich kritisch zu einem möglichen Militäreinsatz zur Annexion Grönlands geäußert.
Senator John Curtis schrieb auf der Plattform X, es sei wichtig, die Partnerschaft mit Dänemark und Grönland zu verstärken, aber »der Einsatz des Militärs ist nicht angemessen, nicht nötig und nichts, was ich unterstützen werde«. Die riesige Arktisinsel Grönland mit ihren rund 56.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.
Don Bacon, ein Abgeordneter im Repräsentantenhaus, kritisierte, die Gedankenspiele der Regierung zu Grönland seien schädlich und sorgten nur für Ärger bei den Nato-Verbündeten. Dem Sender CNN sagte er weiter, das Ansinnen, sich Grönland einzuverleiben, sei eine der »dümmsten« Sachen, die er seit einem Jahr aus dem Weißen Haus gehört habe. Er hoffe, andere Republikaner würden der Regierung ebenfalls deutlich sagen, dass sie hier auf einem Irrweg unterwegs sei.
Greenland is a strong NATO ally willing to work with us to build more American bases and pursue mining agreements. Most in Greenland want to remain independent with Denmark & NATO providing protection. This approach is demeaning, creates distrust, and has no upside. pic.twitter.com/1IpWqohHBm
— Rep. Don Bacon 🇺🇸✈️🏍️⭐️🎖️ (@RepDonBacon) January 7, 2026
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Senator spricht über mögliches Referendum zu US-Beitritt
Senator John Kennedy sagte nach einer Unterrichtung im Kongress durch Außenminister Marco Rubio, dass sogar ein »mäßig intelligenter Neuntklässler« wisse, dass eine Invasion Grönlands »raketenmäßig dumm« wäre. Weder Präsident Trump noch Außenminister Rubio seien dumm, betonte er. »Sie planen keine Invasion Grönlands«, sagte er dem Sender CNN. Das schließe nicht aus, eine neue rechtliche Grundlage für die Verteidigung der USA und Grönlands anzustreben.
Kennedy: To invade Greenland would be weapons grade stupid. President Trump is not weapons grade stupid. pic.twitter.com/nZCRNMVU1c
— Acyn (@Acyn) January 7, 2026
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Es könne zum Beispiel ein Referendum in Grönland über einen Beitritt zu den USA geben, meinte Kennedy. Eine einfache Mehrheit der Wahlberechtigten wäre ausreichend. »Ich sage nicht, dass das passieren wird oder nicht passieren wird. Aber ich glaube, das ist wirklich das, was der Präsident meint«, sagte der Senator weiter.
Senator Tillis betont Bedeutung der Nato für die USA
Kennedys Parteikollege Thom Tillis kritisierte auch Trumps einflussreichen Vizestabschef Stephen Miller, der mit besonders scharfen Äußerungen zu Grönland für Aufsehen gesorgt hatte. Miller sollte entweder wissen, worüber er spreche oder sich einen neuen Job suchen, forderte der Republikaner.
Es gebe kein wichtigeres Bündnis als die Nato, auch wenn Miller vielleicht nichts darüber wisse, sagte Tillis. Dänemark sei ein herausragendes Nato-Mitglied und das Verteidigungsbündnis sei auch für die USA von entscheidender Bedeutung, betonte er. Die meisten seiner Kollegen – »ob sie es laut sagen oder nicht« – seien auch seiner Meinung, betonte der Senator.
- US-Militär und Trumps Grönlandpläne: Wer hat welche Waffen in der Arktis – und was lässt sich damit ausrichten? Eine Analyse von Christoph Seidler und Marc Hasse
- Rüstungsausgaben der USA: Trump will seine »Traum-Armee« – für 1,5 Billionen Dollar
- Bedrohung aus den USA: »Ich fürchte, er meint es ernst« – das sagen Grönländer über Trumps Drohungen
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte, ein US-Angriff auf Grönland, das zu Dänemark und damit zur Nato gehört, wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur.
Dänemark und die Regierung Grönlands weisen den von Trump angemeldeten Besitzanspruch auf die Arktisinsel entschieden zurück. Auch die EU sowie zahlreiche europäische Staaten kritisieren das Ansinnen der US-Regierung. Trump spricht seit Langem davon, dass die USA Grönland für ihre nationale Sicherheit »brauchen«.
