Ideen für angebliche Terroranschläge, Aufrufe zum Giftmischen, Pläne für Anschläge auf jüdische Kinder: In den USA ist Anklage gegen einen 22-jährigen Georgier erhoben worden, der sich als Anführer des »Maniac Murder Cult« hervortat. Die internationale extremistische Gruppe hängt einer neonazistischen Ideologie an und ruft im Netz zu Gewalttaten gegen Minderheiten, die jüdische Gemeinschaft und andere Gruppen auf, die sie als »unerwünscht« betrachtet.
Insgesamt wurde Michail Chkhikvishvili laut einer Erklärung des US-Justizministeriums in vier Punkten angeklagt, unter anderem wegen der Aufforderung zu Hassverbrechen und Massengewalt. »Das Ziel der Gruppe ist es, die gesellschaftliche Ordnung und die Regierungen durch Terrorismus und Gewalttaten zu stören, die Angst und Chaos verbreiten«, heißt es in der Erklärung über den »Maniac Murder Cult«. Chkhikvishvili selbst soll in der Gruppe unter dem Namen Commander Butcher, also in etwa »Kommandant Schlachter«, firmieren.
Giftgeschenke vom Weihnachtsmann
Die perfideste Idee: Der Georgier soll geplant haben, in der Weihnachtszeit vergiftete Süßigkeiten an jüdische Kinder in New York City zu verteilen, um Angst und Schrecken zu verbreiten.
Der Plan sah laut Anklage vor, »dass sich eine Person als Weihnachtsmann verkleidete und mit Gift versetzte Süßigkeiten an Minderheiten und Kinder in jüdischen Schulen in Brooklyn verteilte«. Dies sei für die Silvesternacht 2023 geplant gewesen. Chkhikvishvili entwarf Schritt-für-Schritt-Anweisungen zur Durchführung des Plans. Ihm sei es darum gegangen, einen Bürgerkrieg zu entfachen.
Auch die Schliche kam ihm das FBI. Ein verdeckter Ermittler hatte sich von Chkhikvishvili anwerben und in dessen Pläne einweihen lassen. Der Georgier habe mit dem verdeckten Ermittler »detaillierte Handbücher zur Herstellung und Mischung tödlicher Gifte und Gase« geteilt, so die Erklärung des Justizministeriums. Der Undercover-Agent sollte für Chkhikvishvili demnach Rizin herstellen, ein tödliches Gift. Neben dem Giftanschlag soll er auch Brandstiftungen und Bombenanschläge geplant haben. Neben ethnischen Minderheiten ermunterte er auch zu Angriffen auf Obdachlose, weil der Staat sich nicht für sie interessiere, »selbst, wenn sie sterben«.
Tiraden im »Hater’s Handbook«
Mindestens seit September 2021 soll Chkhikvishvili im Netz auch ein Manifest mit dem Titel »Hater’'s Handbook«, das Handbuch für Hassende, verbreitet haben. Darin schreibt er, er habe »für die weiße Rasse gemordet«, andere sollen dasselbe tun. Das Handbuch ermutige seine Leser unter anderem dazu, »Schießereien in Schulen zu begehen und Kinder für Selbstmordattentate und andere Massentötungen gegen rassische Minderheiten einzusetzen«. Die Ermittler mutmaßen, dass die Schrift tatsächlich reale Schießereien inspiriert haben könnte – etwa ein Schulmassaker in Nashville im Frühjahr dieses Jahres.
Chkhikvishvili reiste in den vergangenen Jahren mindestens zweimal nach New York. Er wurde schließlich in Moldau aufgrund eines Haftbefehls von Interpol festgenommen und im Mai in die USA ausgeliefert. Im Falle einer Verurteilung droht Chkhikvishvili eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis für die Anstiftung zu Gewaltverbrechen.
