SpOn 08.12.2025
12:49 Uhr

USA: Nationalparks streichen Gratiseintritt an »schwarzen« Feiertagen


An bestimmten Tagen dürfen US-Bürgerinnen und -Bürger kostenlos in ihre Nationalparks. Für kommendes Jahr gibt es allerdings einige Änderungen.

USA: Nationalparks streichen Gratiseintritt an »schwarzen« Feiertagen

US-Präsident Donald Trump unternimmt einen weiteren Schritt, die Bedeutung schwarzer Geschichte in den USA abzuwerten: Künftig wird der Gratiseintritt in US-Nationalparks am Martin Luther King Jr. Day und am Juneteenth gestrichen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Demnach müssen Besucherinnen und Besucher an diesen Tagen künftig regulär Eintritt zahlen. Stattdessen wird Trumps Geburtstag zum Gratistag ausgerufen.

Die US-Nationalparks sind Besuchermagnete, jedes Jahr zieht es Millionen Menschen etwa in den Yosemite Park in Kalifornien oder den Death Valley Nationalpark in Kalifornien und Nevada. Verwaltet werden sie vom National Park Service NPS, der Trumps Regierung untersteht. An bestimmten Tagen im Jahr können US-Bürgerinnen und -Bürger die Anlagen umsonst besuchen. Bislang galt das auch für ausländische Gäste – bald jedoch nicht mehr: Sie müssen künftig immer zahlen – und das auch deutlich mehr: Zusätzlich zur normalen Eintrittsgebühr von etwa 15 bis 20 Dollar wird ab Januar für Touristen aus dem Ausland ein Aufschlag von 100 Dollar pro Person fällig.

Umsonst in den Park

Der Gratiseintritt gilt 2026 laut NPS an folgenden Tagen:

  • Presidents Day (16. Februar)

  • Memorial Day (25. Mai)

  • Trumps Geburtstag bzw. Flaggentag (14. Juni)

  • Independence Day Wochenende (3. bis 5. Juli)

  • Geburtstag des NPS (25. August)

  • Constitution Day (17. September)

  • Theodor Roosevelts Geburtstag (27. Oktober)

  • Veterans Day (11. November)

Neben Trumps Geburtstag sind auch Roosevelts und der NPS-Geburtstag neu im Programm, genau wie der Constitution Day. Zuvor waren sowohl der Martin Luther King Jr. Day, der jährlich am dritten Montag im Januar gefeiert wird, als auch der Juneteenth am 19. Juni von der Biden-Regierung zu Tagen mit freiem Eintritt erklärt worden. Dies hat Trump nun kassiert. Auch einige andere Tage wie der Great American Outdoors Day am 4. August wurden als Gratistage gestrichen.

Trumps Versuche, die Bedeutung schwarzer Geschichte zu untergraben

Eine eindeutige Begründung lieferte das Innenministerium, das für den NPS zuständig ist, für den Schritt nicht. In einer Mitteilung hieß es, die neuen Gratistage seien »patriotischer« Natur und zeigten »Trumps Engagement, die Nationalparks für die amerikanische Bevölkerung zugänglicher, erschwinglicher und effizienter zu gestalten«.

Der US-Präsident hatte bereits Anfang Juli ein Dekret unterzeichnet, um die Eintrittspreise für Ausländer erhöhen zu können. Trump sagte, sein Schlagwort »Amerika zuerst« (»America First«) gelte auch für die Nationalparks.

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Am Martin Luther King Day wird des berühmten schwarzen Bürgerrechtlers gedacht, es ist ein nationaler Feiertag. Am Juneteenth, aus den englischen Wörtern »June« (Juni) und »Nineteenth« (Neunzehnter) zusammengesetzt, wird seit 2021 ebenfalls mit einem nationalen Feiertag an die Befreiung der schwarzen Bevölkerung der USA aus der Sklaverei erinnert.

Beide Feiertage wurden bereits wiederholt von Trump ins Visier genommen: Gleich an seinem ersten Amtstag Anfang des Jahres erließ der US-Präsident eine Exekutivanordnung, die Programme zur Förderung von Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion (DEI) in Bundesbehörden verbot. Dies führte dazu, dass viele Behörden die Feierlichkeiten zu Feiertagen, die als DEI-bezogen gelten, untersagten, darunter der Martin Luther King Jr. Day und der Juneteenth. Auch ließ Trump historische Archivbilder unter anderem von schwarzen Soldaten aus offiziellen Beständen entfernen.

Maßnahmen wie diese spiegeln Trumps Kampf gegen »Wokeness« wider, mit dem er unter anderem auch die Präsidentschaftswahl gewonnen hat. Und womöglich auch den Kulturkampf selbst. Lesen Sie hier die ganze Analyse dazu. 

mkh